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Schlagersängerin Beatrice Egli aus der Schweiz hat das DSDS-Finale gewonnen.
Schlagersängerin Beatrice Egli aus der Schweiz hat das DSDS-Finale gewonnen. © dpa
11.05.2013

DSDS: Gusseiserne Schlager-Fröhlichkeit von Beatrice Egli schlägt sächselnden Pumuckl Lisa Wohlgemuth

Die Schlagersängerin Beatrice Egli aus der Schweiz hat am Samstagabend die Jubiläumsstaffel der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ gewonnen. Die 24-Jährige, die fast nur deutsche Schlager sang, setzte sich gegen die 21 Jahre alte Sächsin Lisa Wohlgemuth aus dem Erzgebirge durch.

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Schlager-Gedudel bei DSDS und Zuschauerschwund: Sitzt Dieter Bohlen mit seiner Castingshow auf dem absteigenden Ast?

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Für Egli entschieden sich über 70 Prozent der Zuschauer, die ihre Stimme abgegeben hatten. Auch von der Jury wurde sie zuletzt favorisiert. RTL hatte bereits zum zehnten Mal einen Superstar gesucht, auch im nächsten Jahr soll es eine Staffel geben. Die Einschaltquoten waren zuletzt allerdings rückläufig.

„Die phänomenale Superstimme aus dem Erzgebirge mit der Extraportion Gefühl“ gegen „die einmalige Schlagerprinzessin aus der Schweiz, die alle Herzen im Sturm erobert“ - so war das Finale angekündigt worden. Während Lisa Wohlgemuth überwiegend auf englische Titel setzte, bekannte Beatrice Egli immer wieder: „Ich tue alles für den Schlager.“

Wohlgemuth hatte kurz vor der Sendung noch eine Kehlkopfentzündung auskuriert. Pünktlich zu Beginn der Show konnte Dieter Bohlen jedoch ihre Genesung verkünden. Am Ende wirkte sie neben der Dauerstrahlerin Egli allerdings ziemlich angeschlagen.

Mit ihrer gusseisernen Fröhlichkeit könnte die neue «DSDS»-Gewinnerin Beatrice Egli sofort die Hitparade der Volksmusik moderieren. Wer weiß, vielleicht macht dieser «Superstar» wirklich mal Karriere, aber dann bevorzugt bei ARD und ZDF. Vielleicht ist diese Einteilung aber auch überholt. Dass bei RTL zur besten Sendezeit am Samstagabend deutsche Schlager gesungen werden, kann kein Ausrutscher sein. Vergreist die Zuschauerschaft?

Das diesjährige Finale von «Deutschland sucht den Superstar» war - was selten vorkommt - eine Angelegenheit unter Frauen. Die beiden Aspirantinnen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Da war die unverstellt sächselnde Lisa Wohlgemuth (21) aus dem Erzgebirge, ebenso rothaarig wie real und von allen nur «Pumuckl» genannt. Und da war die im Heidi-Idiom säuselnde Beatrice Egli (24) aus der Schweiz, eine professionelle Sing- und Lachmaschine.

Metzgerstochter Beatrice, Spitzname «Zwergli», beteuerte ein ums andere Mal: «Ich tue alles für den Schlager.» Sie hatte keine Rührgeschichte vorzuweisen, keine Oma mit Holzbein, wie Dieter Bohlen es ausdrückte, sondern sang einfach in einem fort Oma-Titel wie «Und morgen früh küss ich dich wach».

Wer ein paar Jahre nicht mehr «DSDS» eingeschaltet hatte, konnte sich eingedenk eines Stefan-Raab-Titels verwundert fragen: Wadde singe dudde da? Schielt RTL jetzt auf das ZDF-Stammpublikum? Besonders begeistert von der Herzenssängerin zeigte sich Jury-Schlachtross Bohlen. Juror Mateo («Ich würde niemals eine Frau schlagen») bekannte zwar, Schlager im Grundsatz eigentlich «scheiße» zu finden, wollte am Ende aber auch wissen, ob es die Kuhglocken als Klingelton gebe.

Lisa Wohlgemuth («Das, was in meinem ganzen Körper sonst ist, hat sich alles in meinem Kopf gesammelt») hatte am Donnerstag und Freitag noch eine Kehlkopfentzündung auskuriert. Pünktlich zu Beginn der Show konnte Bohlen jedoch ihre wundersame Genesung verkünden: «Um deine Stimme brauchen wir uns keine großen Sorgen zu machen.» «DSDS» verlangt Opfer. Oder war alles nur ein PR-Gag?

Wie es mit «DSDS» weitergehen soll, ist eine andere Frage. Die nächste Staffel kommt, das steht schon fest, aber die guten alten Quoten sind weg. Reform tut Not wie bei so manchem RTL-Format. Nur mit Bauern und Bohlen kann man auf Dauer nicht weitermachen.