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Baggersee oder Freibad - das ist hier die Frage.
freibad-baggersee
16.07.2010

Da streiten sich die Gelehrten: Freibad oder Baggersee?

MÜHLACKER. Es ist ein Glaubenskrieg, der jedes Jahr aufs Neue aufflammt, angeheizt von der Sonne. Pünktlich zur Sommerzeit, wenn es den Menschen in der Region zu heiß wird in den eigenen vier Wänden. Was dann? Oder besser: Wohin dann – ins Freibad oder an einen Baggersee, zum Beispiel den in Forchheim? Darüber streiten sich die Gelehrten.

Es ist eine Qual diese Wahl zwischen Freibad und Baggersee. Die beiden Badespaß-Modelle zu vergleichen, beinahe unmöglich. Als wolle man Schoko-Eis mit Zitronen-Eis vergleichen. Der eine schätzt die Süße, der andere liebt Saures. Was dem einen lieb und teuer, lässt den anderen schaudern. Und umgekehrt.
Ähnlich liegen die Dinge beim Baden.

So sind zum Beispiel Freibäder wie jene in Pforzheim, Mühlacker, Wilferdingen, Schellbronn und Neuenbürg zentrale Treffpunkte. Wenn es warm wird, trifft sich die Region dort. In Massen. Für Kontaktfreudige ein Segen, für Ruhesuchende ein Fluch. An idyllischen Baggerseen – und in der Region Karlsruhe gibt es etliche davon – dagegen ist es ruhiger, manchen Leute sogar etwas zu ruhig.

Auch das Wasser ist ein kompliziertes Element. Der Freibad-Liebhaber ist ein großer Befürworter des gechlorten, sauberen, beheizten Wassers. Ohne Pflanzen, ohne Fische. All das gefüllt in einen Pool, dessen Grund man stets sehen kann. Wasserqualität, Wassertemperatur, das Wasser selbst – alles transparent. Der Baggersee-Fan hingegen wird gerne ins kalte Wasser geschmissen: Der Sprung ins Nass ist für ihn ein Sprung in die Natur. Eine Natur ohne Chemie, eine unbeheizte Natur, eine Natur mit Pflanzen und kleinen Fischen.

Apropos Natur. Die Naturbelassenheit weit abseits des Großstadt-Trubels wird heiß und innig geliebt. Jedoch nur von den einen. Die anderen klagen, dass richtige Toiletten, Duschen, Umkleideräume fehlen. Manchen Eltern fehlen Spielplatz, Pommesbude und Eisdiele. Tja, all das hat gibt es in der freien Natur eben nicht. „Leider“, klagen diese. „Zum Glück“, sagen jene.

Sich über die Freiheit einig zu werden ist ebenfalls nicht einfach. Am Baggersee wird die Freiheit hochgehalten: Ob Rauchen, Wassersport-Utensilien oder Hunde, am Baggersee erlaubt. Ganz anders in manchen Freibädern, wo das Rauchen beschränkt ist, das Surfbrett daheim bleiben, und der Hund dem kühlen Nass fern bleiben muss. Viele Freiheitsliebende und Hundehalter schrecken derlei Regularien. Andere mögen die festen Regeln des Freibads, darunter viele Eltern. Von Zigarettenrauch, Wassersport und Hunden wollen sie ihre Kinder fernhalten.

Wie man es auch dreht und wendet mit dem Badespaß: Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters. Deshalb hat PZ-news genau hingeschaut – in einem Freibad und an einem Baggersee. Das Ergebnis sind Videos vom Freibad Mühlacker und vom Epplesee in Forchheim.. Wo gefällt es Ihnen besser? Wählen Sie weise . . . Ronny Thurow