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Freie Parkplätze in Pforzheim? Die einen glauben, dass es so etwas nicht gibt. Die anderen wissen den Parkhaus-Ring rund um die Innenstadt zu nutzen. Hier bitte drücken, um die Parkhaus-Karte herunterzuladen. 
Parken 1
Der Traum des Parkplatzsuchers: überall Anwohner mit Zonen-Ausweis zu sein.
Parken 5
So schnell wie die Zeit vergeht, so rasch kommt man mit dem Münzeinwurf gar nicht nach.
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Warten oder um den Block fahren - wer wenig laufen will, muss viel Zeit im Auto sitzen.
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Rund 5000 Stellplätze, so verspricht es die Pforzheim-Werbung, gibt es in der Pforzheimer Innenstadt.
Parken 2
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21.01.2008

Das alte Märchen vom fehlenden Parkplatz

Pforzheim und Parkplätze - eine unendliche Geschichte, ein ewiger Anlass für heftige Bruddler-Tiraden, Stoff für Legenden und Stammtischgespräche. Doch wie sieht das Parkplatz-Dilemma aus, wenn man es nüchtern und im Vergleich mit anderen Großstädten betrachtet?

Zunächst einmal die nackten Zahlen: Rund 5000 Stellplätze gibt es um die Innenstadt. Das erfahren wir aus der städtischen Pforzheim-Werbung. Allerdings muss man davon noch die 570 Stellplätze abziehen, die durch den Abriss des Parkhauses an der Deimlingstraße wegfallen. Allerdings klingt die nackte Stellplatzzahl zunächst nach viel. Hört man jedoch Einheimische und Eingeweihte, dann sind diese 5000 Stellplätze immer genau dann alle vollständig belegt, wenn sie gerade mit dem Auto in die Pforzheimer City fahren wollen.

Und da fängt es schon an, das Pforzheimer Märchen von den fehlenden Parkplätzen. Die meisten einheimischen Zeitgenossen, die mit dem Auto Richtung Goldstadt-Herz rollen, suchen nämlich gar nicht den freien Stellplatz im Parkhaus. Nein, der muss direkt vor dem Zielort liegen.

Mehr über den Vergleich
der Parkhaus-Preise

lesen Sie hier:
"Teures Parkpflaster"

"Parken muss nicht teuer sein"

Karte mit Parkhaus-Ring
rund um die City
zum Herunterladen:
Karte  (2,5 MB)

Dafür fährt man dann auch bedenkenlos ein, zwei, drei Runden um den Block, beschleunigt den Puls vor den vielen roten Ampeln und hinter den hartnäckigen Kriechern mit selbst gehäkelten Zierkissen auf der Hutablage und den tiefergelegten, wilden Spurwechslern oder den unerwartet manövrierenden, auch durch Hupen nicht zu belehrenden Frauen am Steuer. Der Parksuchverkehr in Pforzheim birgt ein besonders hohes Herzinfarkt-Risiko. 

Ist dann tatsächlich so ein Parkplatz gefunden - unmittelbare Nähe ist selbst für eingefleischte Bruddler ein dehnbarer Begriff - handelt es sich um einen Kurzparker-Stellplatz. Natürlich ist die maximal erlaubte Parkzeit immer viel zu kurz, und was der Parkautomat für diese Hand voll Minuten schluckt, erinnert an die Wegelagerer-Zölle mittelalterlicher Raubritter. Zu allem Überfluss spaziert immer dann eine schreibwütige Politesse um die Ecke, wenn der Parkschein abgelaufen ist. Das geht ins Geld.

Überhaupt ist Pforzheim ein teures Parkpflaster. Und das hat nichts mit Bruddeln zu tun, das hat die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Köln herausgefunden. Bei einer Umfrage haben sie ermittelt, dass die Goldstadt im Vergleich der 100 größten deutschen Städte auf Rang 83 liegt.Auf den hinteren - und noch teureren - Rängen liegen die wirklich großen Citys wie Frankfurt, Stuttgart, Köln, Hamburg oder München.

So sieht sie aus, die harte Pforzheimer Park-Realität. Wo soll denn da etwas märchenhaft sein? Dabei ist es doch, wohlgemerkt nüchtern und von außen betrachtet, offensichtlich. Zeichen einer überbordenden Fantasie oder zumindest totaler Weltfremdheit ist allein schon der Traum vom freien Parkplatz vor der Ladentüre.

 Fahren die Pforzheimer nämlich ausnahmsweise einmal zu einer Shoppingtour nach Karlsruhe oder Stuttgart, dann steuern sie bedenken- und klaglos das nächste Parkhaus an, auch wenn die Autoabstellfläche dort ganz gewiss nicht deutlich billiger ist als  in Pforzheim. Bei den großen Nachbarn eine Suchrunde um den Block? Lieber nicht, denn freie Stellplätze an der Straße gibt es hier nur alle Schaltjahre einmal weit außerhalb der City.

Ewig lange Fußwege? Anderswo kein Problem, aber in Pforzheim kommen die Innenstadt-Parker scheinbar schon nach zwei, drei Dutzend Schritten aus der Puste (wobei die Luft noch fürs Bruddeln langt). 

Öffentliche Nahverkehrsmittel? Überall sonst wird das Park-and-Ride-Angebot von den Goldstädtern bereitwillig genützt, aber welcher Durchschnittspforzheimer stellt sein helilx Blechle auf dem Parkautomaten-freien Messplatz ab und fährt mit den Stadtbussen zum Leopoldplatz?

Nein, das geht doch alles nicht. Viel zu einfach, viel zu schnell. Der Pforzheimer liebt die Qual des Parksuchverkehrs. Erstens findet er so einen Grund, 5000 Stellplätze hin oder her, auf die schlechte Parkplatz-Versorgung zu schimpfen, und zweitens kann er nur so dieses seltene, aber umgemein großartige Glücksgefühl empfinden, wenn er nach der x-ten Runde um den Block und kurz vor dem Schreikrampf doch noch so ein enges, aber freies Flecklein in Sichtweite zum Innenstadt-Parkhausring ergattert hat.

Und dann werden Märchen plötzlich doch noch wahr.