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18.04.2008

Das erste Mal rocken

PFORZHEIM. Wenn Schulklassen Musik machen (müssen), dann klingt das nicht immer gut. Der eine schlägt gelangweilt aufs Xylofon; ein anderer Schüler bummst widerwillig auf der Trommel herum; ein nächster muss Flöte spielen; die Schülerinnen singen dazu Volkslieder. Gähn! Soweit die – freilich überhöhte – Horror-Vorstellung von Klassen-Musik, wenn altmodische Pauker sie zwangsverordnen.

„Keine ollen Schlager“

So muss das aber nicht sein. Wenn Schulklassen aus eigenem Antrieb Musik machen wollen, unterstützt von motivierten Lehrern, und wenn sie dies bei Workshops im „Kupferdächle“ mit Musikpädagoge Paul Taube lernen, dann hört sich das ganz anders an. Frisch, fromm, frei. Toll.

Dann wird ein Pforzheimer Gebäude namens Osterfeld zur „School of Rock“, zur Rock'n'Roll-Realschule. Zehn Schulklassen aus Pforzheim und Region stellen dann an einem Donnerstag im Malersaal des Osterfeld Musik vor, die selbst- und handgemacht ist. Mit eigens erdachten Liedtexten. Keine Popkonserven. Oder mit den Worten von Paul Taube, der das Abschlusskonzert des Projekts „School of Rock“ moderiert: „Keine ollen Schlager, sondern frische Musik.“

Die musizierenden Jugendlichen kommen von der Willy-Brandt-Schule in Königsbach-Stein, dem Kepler-Gymnasium, der Ottersteinschule oder dem Calwer Herrmann-Hesse-Gymnasium. Sie singen Lieder über all das, was junge Menschen umtreibt: Klamotten, Liebe, Trennung. Sie spielen dazu Gitarre, Bass, Schlagzeug.

Die Inhalte sind verpackt in lässigen Reggae, röhrenden Rock, eingängigen Pop. All das haben die Schüler in Kursen im „Kupferdächle“ gelernt – und sie haben die Gelegenheit, ihr kreatives Liedgut vor großem Publikum zu präsentieren.

Auch wenn es den jungen Gesichtern nicht anzumerken ist: Für die meisten ist es das erste Mal auf der großen Bühne. Das erste Mal rocken. Hoffentlich nicht das letzte Mal. „The Odds“ geben einen Anreiz weiter zu rocken. Einst Schulband, ist das Quartett nun in aller Munde. Nicht nur als Abschluss von „School of Rock“.