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Einfach knipsen ist nicht - informieren gehört unbedingt mit dazu. Foto: Fotolia
Einfach knipsen ist nicht - informieren gehört unbedingt mit dazu. Foto: Fotolia
Prof. Dr. Felix Buchmann, Anwalt für IT-Recht, Urheber- und Medienrecht.
Prof. Dr. Felix Buchmann, Anwalt für IT-Recht, Urheber- und Medienrecht.
12.06.2018

Das muss bei der Verwendung von Bildern im Internet beachtet werden

Bei der Verwendung von Bildern im Internet muss vieles beachtet werden! Die Verwendung von Bildern im Internet ist ein wichtiges Mittel, um im Internet Produkte zu bewerben oder Vertrauen in Unternehmen zu schaffen. Doch bei der Verwendung von Bildern auf der eigenen Internetseite oder im Onlineshop müssen zahlreiche Dinge beachtet werden.

Urheberrecht

Jedes Bild – egal ob es ein Werk oder ein einfaches Lichtbild ist – unterliegt dem Schutz des Urheberrechtsgesetzes. Wer also ein Bild nutzen möchte, das er nicht selbst gemacht hat, muss vom Urheber ein entsprechendes Recht eingeräumt bekommen haben. In dieser Vereinbarung muss eindeutig beschrieben sein, in welchem Umfang das Bild genutzt werden darf.

Vereinbarung ist Pflicht

Wer also etwa ein Bild aus dem Internet nutzen möchte, darf dieses nicht einfach so herunterladen und bei sich verwenden, sondern muss beim Urheber oder der Agentur ein entsprechendes Recht erwerben. Dies gilt auch dann, wenn die Bilder vermeintlich umsonst sind. Denn auch hier müssen die Nutzungsbedingungen genau eingehalten werden. Manche Anbieter verlangen zum Beispiel, dass der Urheber und/oder die Plattform direkt am Bild genannt werden.

Auch wer sich kostenpflichtig ein Bild herunterlädt, hat damit ebenfalls noch keinen Freibrief für die unbeschränkte Nutzung. Die Lizenzbedingungen, zu denen das Bild erworben wurde, müssen genau beachtet werden. Dies erfordert im Zweifel eine genaue Lektüre der jeweiligen Lizenzbedingungen!

Urheberrechtsverletzung und Abmahnung

Wer das Urheber- oder Nutzungsrecht eines anderen verletzt, weil er ein Foto nutzt, ohne dazu berechtigt zu sein, kann vom Rechteinhaber abgemahnt und auf Unterlassung und Schadensersatz in Anspruch genommen werden. Dahinter steht der Gedanke, dass niemand dulden muss, dass seine Urheberrechte/Nutzungsrechte verletzt werden. Dieser grundsätzlich richtige Gedanke ist leider von einigen schwarzen Schafen zur Grundlage eines Geschäftsmodells mit Abmahnungen geworden.

Wer eine Abmahnung erhalten hat, sollte unbedingt einen auf Urheberrecht spezialisierten Anwalt aufsuchen. In keinem Fall sollte ungeprüft eine Unterlassungserklärung unterzeichnet werden, es drohen hohe Vertragsstrafen.

Bildrechte im Unternehmen

Auch im Unternehmen sind Bildrechte immer wieder ein wichtiges Thema. Wenn Mitarbeiter Fotos erstellen, muss sich der Arbeitgeber vom Mitarbeiter die Rechte für die Nutzung dieser Bilder einholen.

Wenn Mitarbeiter auf den Fotos zu sehen sind, bedarf es dafür ebenfalls eine Einwilligung durch den Mitarbeiter. Keinesfalls darf ein Arbeitgeber einfach so Fotos seiner Mitarbeiter auf der Website veröffentlichen.

Bildrechte und Datenschutz

Seit Inkrafttreten der DS-GVO (Datenschutz-Grundverordnung) hat jeder einen Anspruch auf „Vergessenwerden“. Das bedeutet, dass jede Person verlangen kann, dass personenbezogene Daten – und dazu können Bilder auch gehören – gelöscht werden. Sofern nicht ein gesetzlicher Erlaubnistatbestand greift, muss der Betreiber einer Internetseite dieser Aufforderung sofort nachkommen.

Das Urheber- und Persönlichkeitsrecht ist ein komplexes Feld. Bei der Verwendung von Fotos ist daher stets darauf zu achten, dass Rechte Dritter betroffen sind. Daher müssen entsprechende Einwilligungen eingeholt werden. Sonst drohen teure Abmahnungen und Schadensersatzansprüche.

Folgende Fragen sollte man sich immer stellen:

1. Habe ich das Bild selbst gemacht?

2. Wenn nein: Hat mir der Urheber/Rechteinhaber das Recht für die Nutzung, wie ich sie plane, eingeräumt?

3. Kann ich das im Zweifel auch beweisen?