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Der Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU, Foto) spricht am Freitag (19.11.2010) in Hamburg im Rathaus bei der Abschlusspressekonferenz.
De Maizière: Verdächtiges Gepäckstück war keine Bombe © dpa
19.11.2010

De Maizière: Verdächtiges Gepäckstück war keine Bombe

BERLIN/HAMBURG. Bei dem verdächtigen Gepäckstück in Namibia handelte es sich nicht um eine scharfe Bombe, sondern um eine Attrappe. Das sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) am Freitag in Hamburg. Solche Koffer würden hergestellt zum Zweck des Tests von Sicherheitsmaßnahmen. In dem Koffer sei kein Sprengstoff gewesen. Das Gepäckstück war am Mittwoch vor dem Start einer Air-Berlin- Maschine in Windhuk gefunden worden. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Passagiere bestanden, sagte der Minister.

Experten des Bundeskriminalamtes hätten am Ort herausgefunden, dass es sich bei dem verdächtigen Gepäckstück um einen sogenannten Realtest-Koffer einer Firma aus den USA handele. Die Firma stelle Alarm- und Detektionssysteme her. Es werde geprüft, ob, wann und an wen der Koffer verkauft worden sei, sagte de Maizière. Damit ließ es offen, von wem der Koffer in Windhuk platziert wurde.

Zuvor hatten auch das ZDF und der US-Sender CNN berichtet, dass das Gepäckstück keinen Sprengsatz enthalten habe. Es handele sich offensichtlich um eine Art Testlauf mit einem Dummy einer Behörde, berichtete das «heute journal» am Donnerstagabend.

Das verdächtige Gepäckstück befand sich in einer Flughafenhalle, in der zuvor das für den München-Flug bestimmte Gepäck gelagert worden war. Nach Angaben von Air Berlin war die Maschine schon beladen, als das verdächtige Gepäckstück in der Halle entdeckt wurde. Der mögliche Sprengsatz war zudem nicht ausdrücklich an Deutschland adressiert: Das Gepäckstück des Flughafens habe keinen Ziel-Aufkleber gehabt, hatte eine Sprecherin von Air Berlin erklärt.

Die Maschine war am Mittwoch in Namibia mit sechseinhalbstündiger Verspätung gestartet. Vor dem Abflug waren die Passagiere nochmals durchsucht worden. Die Maschine landeten nachts wohlbehalten in München. Dort wurde das Gepäck ein weiteres Mal durchleuchtet, die Bundespolizei befragte die Fluggäste. Neue Erkenntnisse hatten sich aber nicht ergeben.