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Das «DeinBus»-Gründerteam mit Christian Janisch (l-r), Ingo Mayr-Knoch und Alexander Kuhr steht vor einem Bus der Busmitfahrzentrale «DeinBus». Foto: dpa
Das «DeinBus»-Gründerteam mit Christian Janisch (l-r), Ingo Mayr-Knoch und Alexander Kuhr steht vor einem Bus der Busmitfahrzentrale «DeinBus»
14.04.2012

DeinBus.de nach Rechtsstreit mit Bahn auf Wachstumskurs

Friedrichshafen/Offenbach (dpa/lsw) – Wachsender Umsatz, gute Auslastung, mehr Mitarbeiter: Das von Friedrichshafener Studenten gegründete Unternehmen DeinBus.de blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück - auch dank einer Unterlassungsklage der Deutschen Bahn AG gegen die Firma. «Der Rechtsstreit mit der Bahn hat uns enorm geholfen, bekanntzuwerden», sagte Mitgründer Christian Janisch der Nachrichtenagentur dpa. «Wir erhielten plötzlich 3000 E-Mails am Tag.»

Am 20. April 2011 hatte das Landgericht Frankfurt die Klage des Bahnkonzerns gegen die kleine Firma abgewiesen. Seitdem darf das Start-Up-Unternehmen seine Busverbindungen anbieten. Wie geht es dem Unternehmen ein Jahr danach? «Gut – Umsatz und Auslastung wachsen», sagte Janisch.

Ohne den aufsehenerregenden Prozess würde es DeinBus.de nicht mehr geben, glaubt der 29-Jährige: «Die Klage kam in einer Zeit, als wir überlegten, wie es weitergehen soll. Als dann der Rechtsstreit begann, haben wir beschlossen: Tod oder Weltmeister.» Die GmbH, die inzwischen von Yourbus zu DeinBus.de umfirmierte, organisiert seit Dezember 2009 im Internet Busfahrten. Beispielsweise bietet das Unternehmen seit November 2011 eine regelmäßige Buslinie von Stuttgart über Tübingen nach München an.

In Konkurrenz zu Bahn oder Flugzeug wurde das in Deutschland bisher nur unter speziellen Voraussetzungen genehmigt. «Das ist rechtlich möglich, weil wir auf dieser Strecke schneller sind als der schnellste Zug», erklärte Janisch. Von Donnerstag bis Montag tourt zweimal täglich ein Bus, Tickets gibt es ab neun Euro für die einfache Strecke. «Da befördern wir im Monat knapp 2000 Passagiere.» Die Bundesregierung will Fernbusse als günstigere Alternative im Inland zulassen, doch noch gelten gesetzliche Beschränkungen, die einst den Aufbau der Eisenbahnen schützen sollten.

Neben der festen Strecke funktioniert das Unternehmen wie eine Mitfahrzentrale: Finden sich mindestens 30 Passagiere für eine Fahrt, kümmert sich das Unternehmen um einen Bus. Frankfurt–Köln und Frankfurt–Düsseldorf sind hier nach Auskunft von Janisch die beliebtesten Strecken. «Das fahren wir jetzt fast jedes Wochenende.» Richtig voll werden die Busse vor Ostern, Weihnachten, zum Kölner Karneval und zum Münchner Oktoberfest, sagte der Jungunternehmer.

Inzwischen beschäftigen die drei Gründer mit Büros in Friedrichshafen und dem hessischen Offenbach fünf Vollzeitkräfte. «Weitere wollen wir dieses Jahr einstellen, da wir bis Ende des Jahres deutlich mehr Verbindungen anbieten möchten», sagte Janisch.