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Überrascht vom Wintereinbruch: Plötzliche heftige Schneefälle haben manchen Autofahrer zu einer ungewollten Pause gezwungen. Foto: Ketterl
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04.03.2008

Dem Schnee folgt das Chaos

NORDSCHWARZWALD. Der Winter gibt noch einmal ein Gastspiel in der Region: Heftiger Schneefall hat in Pforzheim, dem Enzkreis und dem Kreis Calw am Dienstag zu zahlreichen Verkehrsunfällen mit mehreren Verletzten geführt.

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Allein sieben Menschen wurden bei einem Unfall auf der Bundesstraße 463 von Dillweißenstein in Richtung Unterreichenbach verletzt. Dort kam ein 21-Jähriger gegen 15 Uhr mit seinem Opel ins Schleudern und prallte auf einen entgegenkommenden Mitsubishi. Bei einem Auffahrunfall mit vier beteiligten Fahrzeugen im Würmtal wurden am Dienstagnachmittag drei Personen leicht verletzt. Laut Polizei ereigneten sich in Pforzheim und im Enzkreis bis zum frühen Abend zudem zwölf witterungsbedingte Verkehrsunfälle ohne Verletzte. Die Streudienste waren dort ebenso im Einsatz wie auf der Autobahn. Auf der A8 kam es dennoch vom Leonberger Dreieck bis nach Karlsruhe zu Verkehrsbehinderungen mit stockendem Verkehr.

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Im Kreis Calw lag der Schwerpunkt des Verkehrschaos laut Polizei im Raum Dobel. So seien zwischen Höfen und Dobel zahlreiche Lastwagen nicht mehr vom Fleck kommen. Im Bereich „Schöne Aussicht“ bei Rotensol war ein Lastwagen in einen Graben gerutscht. Auch hinter Calmbach standen zwei Brummis bis zur Bergung quer. „Die Straßenmeisterei war mit allen zur Verfügung stehenden Fahrzeugen unterwegs“, so Polizeisprecherin Sabine Doll.

Hoffnung bei Skiliftbetreibern

Trotz aller Frühlingsvorboten hat am Dienstag auch in anderen Teilen von Baden-Württemberg der Winter Einzug gehalten. Vor allem in den Höhenlagen sorgten Kälte und Schneefälle für schwierige Straßenverhältnisse. So gab es im Südschwarzwald in den Morgenstunden wegen überfrierender Nässe vielerorts spiegelglatte Straßen. „Größere oder wetterbedingte Unfallserien blieben vorerst Fehlanzeige. Es ist alles recht glimpflich verlaufen“, sagte ein Sprecher des Verkehrswarndienstes in Stuttgart.

Auch an Problemstellen wie der Schwarzwaldhochstraße (B 500) gab es trotz geschlossener Schneedecke kaum Behinderungen. Auf der Autobahn 5 zwischen Bühl und Rastatt zwang Schneematsch die Fahrer von Autos und Lastwagen zu langsamerer und vorsichtigerer Fahrweise. Die Räum- und Streudienste hätten das Geschehen jedoch stets im Griff gehabt, erklärten die Behörden.

Für den Mittwoch kündigten die Wetterexperten eine Beruhigung der Wetterlage mit gelegentlichem Sonnenschein durch das Atlantik-Hoch „Herbert“ an. Dennoch kann es vom Schwarzwald über die Alb bis ins Allgäu zeitweise noch schneien.

Gefragter Dienst der Reifenhändler

Bei einigen Reifenhändlern keimt wieder Hoffnung. Die milden Temperaturen hatten bislang eher für einen dürftigen Start in die Winterreifen-Saison gesorgt. „Nach den Schneefällen vom Dienstag sind die Anmeldungen für eine Umrüstung von Sommer- auf Winterreifen wieder deutlich gestiegen“, sagte ein Händler aus Baden-Baden.

Hoffnung keimt bei den Betreibern von Skiliften und Tourismusmanagern: Nach einer schlechten Skisaison im Schwarzwald richtet man sich dort – zweieinhalb Wochen vor Ostern – auf die Rückkehr des Winters ein. Der neue Schneefall werde dem Wintersport einen letzten Schwung geben und für bessere Bedingungen sorgen sagte ein Sprecher der Gemeinde Feldberg. Der Feldberg, der in diesem Jahr stark vom Mangel an Konkurrenz profitiert hat, könne in den kommenden Tagen mit zusätzlichen Touristen rechnen. Das Gebiet rund um den 1493 Meter hohen Feldberg ist die bedeutendste Wintersportregion in Baden-Württemberg.