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08.01.2014

Der Jahresabschluss in verschiedenen Körperschaften – Funktionen, rechtliche Grundlagen und Hinweise

Während Erwachsene und Kinder nach den Ferientagen rund um den Jahreswechsel entspannt in das neue Jahr starten, herrscht in Unternehmen zu Beginn des neuen Jahres häufig hektische Betriebsamkeit.

Es gilt, die Vorarbeiten für den Jahresabschluss zu treffen. Was macht ihn aus? Wer muss ihn überhaupt vorlegen? Und auf welchen rechtlichen Grundlagen wird er erstellt?

Was ist der Jahresabschluss?

Bei den meisten Firmen ist das Geschäftsjahr gleichbedeutend mit dem Kalenderjahr. Für jedes Geschäftsjahr müssen die Kaufleute bis zu einer bestimmten Frist Informationen veröffentlichen. Daneben kann es auch Zwischenberichte geben. Wie viele Informationen veröffentlicht werden müssen, hängt von der rechtlichen Art der Körperschaft der Kaufleute, der Zahl der Mitarbeiter sowie der Höhe ihrer Einkünfte ab.

Der Jahresabschluss beinhaltet Daten zur Rechnungslegung. Diese werden vor der Veröffentlichung überprüft und bestätigt. Die Bezeichnung Abschluss bezieht sich auf die Periode buchhalterischer Aktivität in dem entsprechenden Unternehmen. Im Jahresabschluss werden die ökonomische Lage und der Erfolg eines Unternehmens offensichtlich.

Welche Funktionen hat er?

Der Jahresabschluss hat im Wesentlichen zwei Funktionen:

Er dient der Zahlungsbemessung. Dies bedeutet, dass der Jahresüberschuss berechnet wird. Dieser ist beispielsweise entscheidend dafür, wie viel Geld an die Anteilseigner von Kapitalgesellschaften ausgeschüttet wird. Außerdem dient die Zahlungsbemessung auch dazu, die Steuerbilanz korrekt darzustellen. Demnach beinhaltet die Zahlungsbemessung auch die die Steuerbemessungsfunktion, die zur Gewinnermittlung des Betriebes dient.

Die zweite Funktion ist die Informationsfunktion. Sowohl im Unternehmen (intern) als auch außerhalb davon (extern) gibt es eine Menge Leute, die aus verschiedenen Gründen über die Situation der Firma Bescheid wissen wollen. Dabei geht es nicht nur um korrekte Zahlen, sondern häufig darum, das Vertrauen zum Unternehmen zu bestärken. So sind sowohl dessen Mitarbeiter wie auch Gläubiger, Anteilseigner oder Kunden an der ökonomischen Situation des Unternehmens, also seiner Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage interessiert.

Welche Körperschaften müssen bis wann welchen Abschluss vorlegen?

Nach Paragraf 242 des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sind Einzelkaufleute nicht verpflichtet, den Jahresabschluss vorzulegen. Es handelt sich dabei um Körperschaften, die an zwei aufeinander folgenden, gesetzlichen Stichtagen nicht mehr als 500.000 Euro Umsatz sowie 50.000 Euro Jahresüberschuss erwirtschaftet haben. Diese Kleinunternehmen oder Freiberufler müssen beim Finanzamt die einfacher zu ermittelnde Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) vorlegen, wofür ein Standardformular entwickelt wurde.

Ansonsten müssen Einzelunternehmen und Personengesellschaften ihre Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sowie ihre Bilanz bis zum 31.3. des folgenden Kalenderjahres vorlegen.

Kleinere Kapitalgesellschaften haben dazu bis zu m 30.6. des Folgejahres Zeit. Bei größeren Kapitalgesellschaften, beispielsweise Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) oder Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA) sind überdies noch Lagebericht und Anhang erforderlich.

Welche Hinweise zur GuV und zur Bilanz sollten die Betroffenen beachten?

Abhängig von der äußerst unterschiedlichen Situation der zum Jahresabschluss verpflichteten Körperschaften sollten verschiedene Punkte beachtet werden. Dies wird hier in der Folge knapp zusammengefasst, es finden sich jedoch detaillierter Informationen dazu im Internet wie dieses kostenlose E-Book der Firma Lexware.

Grundsätzlich müssen die Betriebe, die der Buchführungspflicht unterliegen, all ihre Waren zählen. So können sie den tatsächlichen Vermögensstand und ihre Schulden beurteilen. Dabei handelt es sich um die Inventur. Weiterhin müssen Abschreibungen ermittelt und gebucht werden. Firmenrisiken werden offenbar, wenn Forderungen auf ihre Bonität hin geprüft und beurteilt werden. Ferner muss die Erfolgsermittlung zeitgerecht durch die Abgrenzung der Rechnungen erfolgen. Es müssen Rückstellungen gebildet werden sowie gesetzlich vorgeschriebene und freiwillige Rücklagen eingestellt werden.

Zum Abschluss: Weitere rechtliche Grundlagen

Das bereits erwähnte deutsche Handelsgesetzbuch (HGB) verpflichtet betroffene Körperschaften, nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) zu handeln. Unter dem vorangestellten Link sind die betreffenden Paragrafen einsehbar und ihre Inhalte präzise zusammengefasst.

Kapitalmarktorientierte Unternehmen unterliegen indes weltweit gültigen Rechnungslegungsstandards. Hierbei sind insbesondere die International Financial Reporting Standards (IFRS) zu erwähnen, für die Notierung an der US-Börse sind die United States Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) einzuhalten. Die Folge aus diesen Regelungen können parallele Buchführungen und paralle Abschlüsse sein.