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11.07.2012

Der Kommentar: Ein Polit-Krimi - Aufstieg und Fall von Stefan Mappus

Unabhängig davon, welche Dimension die EnBW-Affäre am Mittwoch angenommen hat: Für Stefan Mappus gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung. Gleichzeitig gilt aber auch, dass die Staatsanwaltschaft nur dann ermittelt, wenn sie einen Anfangsverdacht hat.

Und vermutlich muss man kein Jurist sein, um nachvollziehen zu können, dass es sich die Staatsanwaltschaft wohl nicht nur einmal überlegt, ob sie gegen einen früheren Ministerpräsidenten wie Stefan Mappus ein Ermittlungsverfahren einleitet und dessen Privatwohnungen durchsucht. Zu groß ist die Gefahr, dass sich die Staatsanwaltschaft blamiert und sich den Vorwurf gefallen lassen muss, sich auf Kosten von Mappus und seiner Familie profilieren zu wollen.

Doch spätestens seit den Hausdurchsuchungen in Pforzheim und in Enzberg hat der EnBW-Deal die Qualität eines Polit-Krimis. Es ist die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Politikers, der – eine historische Wahlniederlage vor Augen – das ganz große Geschäft wittert und dessen Nähe zu seinem Freund und Geschäftspartner ihn womöglich zu einem Angeklagten, im schlimmsten Fall sogar zu einem verurteilten Straftäter macht.

Ein Kommentar von Magnus Schlecht

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