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Die Staats- und Regierungschefs der Nato versammeln sich zur Arbeitssitzung des Nordatlantikrates in Brüssel. Foto: Mark
Die Staats- und Regierungschefs der Nato versammeln sich zur Arbeitssitzung des Nordatlantikrates in Brüssel. Foto: Markus Schreiber/AP
12.07.2018

Der chaotische Nato-Gipfel: Fünf Dinge, die man wissen muss

Brüssel (dpa) - Der Nato-Gipfel 2018 - das waren zwei Tage verwirrender, teils auch beunruhigender Nachrichten. Das Durcheinander war nicht immer leicht zu sortieren. Fünf Dinge, die man am Ende wissen muss:1. Trump nahm Deutschland ins Visier

Im Streit über die Militärausgaben setzte US-Präsident Donald Trump vor allem Deutschland massiv unter Druck, «sofort» eine Steigerung auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung umzusetzen. Grob geschätzt müsste der Wehretat von derzeit 38,5 Milliarden Euro damit von heute auf morgen um rund 30 Milliarden Euro steigen. Berlin will das nicht, sondern nur schrittweise Erhöhungen. Das erbost Trump, weil die USA gemessen an der Wirtschaftsleistung viel mehr für das Militär ausgeben.

2. Trump setzte das ganze Bündnis massiv unter Druck

Weil auch andere Bündnispartner aus Trumps Sicht nicht genug zahlen, drohte der US-Präsident hinter verschlossenen Türen nach Angaben von Teilnehmern damit, sein «eigenes Ding zu machen». Dies wurde als mögliche Bedrohung für den Zusammenhalt der Nato gewertet - auch wenn die vage Formulierung viele Interpretationen zulässt. Die 29 Nato-Staaten beriefen eine Krisensitzung ein.

3. Am Ende war angeblich alles wieder gut

Nach dieser Sitzung zeigte sich Trump plötzlich zufrieden und sprach von angeblichen Zugeständnissen der Bündnispartner, die er zuwege gebracht habe. Worin diese genau bestehen und ob es am Donnerstag wirklich neue Zusagen gab, ist aber unklar. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg konnte dies auf Nachfragen nicht erhellen.

4. Der eigentliche Gegner heißt Russland

In der Gipfelerklärung wird deutlich, dass sich das Bündnis eigentlich geeint ganz andere Themen vornehmen wollte, vor allem die Abschreckung gegen Russland, das seit der Ukraine-Krise als besonders bedrohlich wahrgenommen wird. Dagegen will man sich mit besonders flexiblen Einsatztruppen wappnen. Außerdem ging es um die Zukunft der Nato-Einsätze in Afghanistan und im Irak. All das verblasste aber hinter dem Grundsatzstreit ums Geld.

5. Die Nato wird bald größer

Das kleine Balkanland Mazedonien wurde eingeladen, 30. Mitglied der Allianz zu werden. Voraussetzung dafür war die Einigung des Landes mit Griechenland über den neuen Staatsnamen Nord-Mazedonien. Der Namensstreit hatte den Nato-Beitritt jahrelang verhindert.