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Einlagen sind auch beim Sport hilfreich.
Einlagen sind auch beim Sport hilfreich. © Bauerfeind
02.07.2014

Der richtige Halt

Spreizfuß oder Senkfuß, Plattfuß, O-Beine oder schiefer Gang. bei Fehlstellungen und Fehlbelastungen der Füße oder Wirbelsäule helfen orthopädische Schuheinlagen.

Solche Hilfsmittel können sowohl stützend als auch korrigierend wirken, so dass Muskeln, Bänder und Gelenke normal belastet werden., heißt es beim Deutschen Orthopäden-Verband (DOV). Voraussetzung ist aber, dass die maßgeschneiderte Einlage optimal sitzt. Während früher sehr schnell Einlagen verordnet wurden, sind die Fachärzte mittlerweile deutlich zurückhaltender. Jede Einlage bewirkt dem DOV zufolge auch zu einem gewissen Grad eine Entlastung und damit eine Schwächung der Muskulatur. Deshalb werden viele Erkrankungen heute zunächst mit Fußtraining therapiert. .Selbst wenn eine Einlage verordnet wird, sollte parallel dazu immer Ausgleichsgymnastik verordnet werden,. raten die Fachmediziner.

Beim Verordnen hält der Arzt die Diagnose und Details zur Beschaffenheit der Einlage fest. Damit geht der Patient ins Sanitätshaus oder zum Orthopädie-Schuhtechniker. .Der misst dann den Fuß exakt aus. Dazu kommen verschiedene Verfahren wie Blauabdruck, Scan-Technik oder elektronische Fußdruckmessung zum Einsatz., erklärt der Zentralverband Orthopädieschuhtechnik (ZDH) die Vorgehensweise.

Auf jeden Fall sollten die Schuhe, in denen die Einlagen vorrangig getragen werden, zum Anpassen der Hilfsmittel mitgebracht werden. Denn nicht jede Einlage passt in jeden Schuh. Im schmalen Schuh darf die Einlage laut dem ZDH nicht auftragen, sie muss dennoch stützen und dem Fuß Raum lassen. Im sportlichen Schuh ist eine besonders bequeme und festsitzende Einlage gefragt. Und der typische Arbeitsschuh braucht eine widerstandsfähige und atmungsaktive Einlage. Denn: Viele tragen bei der Arbeit und in der Freizeit sehr unterschiedliche Schuhe und lassen sich deshalb mehrere Einlagen anfertigen.
Die Basis für Einlagen sind Rohlinge. Sie können aus Leder, Kork oder weichen Materialien wie sogenanntem PU-Schaum bestehen. In letzter Zeit werden vermehrt Gels eingesetzt. Der Rohling wird so angepasst, dass er optimal zum Fuß und zum Schuh passt.

Die Krankenkasse zahlt den größten Teil der Einlagen . und zwar nach Bedarf. .Mindestgebrauchszeiten lassen sich nicht generell festlegen. Es ist immer der Einzelfall des Versicherten, die Art und Beschaffenheit der Einlage und den sich eventuell verändernden Erfordernissen des zu behandelnden Fußes . insbesondere bei Kindern . Rechnung zu tragen. Der Arzt muss entscheiden, ob eine neue Einlage erforderlich ist., erklärt Harald Brandl, Sprecher der AOK Nordschwarzwald in Pforzheim.

Seit 2005 gelten für orthopädische Einlagen . abhängig von Material und Ausführung . bundesweit einheitliche Festbeträge. Der Patient muss eine Zuzahlung leisten: Er trägt laut Gesetz zehn Prozent der Kosten, mindestens fünf und höchstens zehn Euro.

Nicht-medizinische Schuheinlagen im Überblick

Frottee-Einlagen im Sommer: Sie saugen Schweiß auf und sind in der Maschine waschbar.

Iso-Einlagen aus einem Warmfutter: Die Einlagen aus Wolle oder Kunstfaser sind mit einer Aluschicht überzogen und sorgen im Winter und in Gummistiefeln für wohlig-warme Füße. Dieselbe Funktion erfüllen Schaffell- Einlagen.

Gelsohlen: Aufgrund ihrer Dämpfungseigenschaften werden sie vor allembei Sportlern immer beliebter.

Ledersohlen: Sie sind gefragt, wenn der Fuß zu groß für die eine und zu klein für die nächste Größe ist. Außerdem werten sie preiswerte Schuhe mit Innenleben aus Kunststoff auf.