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Rosneft-Zentrale in Moskau: Die traditionell engen Verbindungen zum Kreml verschaffen dem Ölkonzern eine bedeutende Stel
Rosneft-Zentrale in Moskau: Die traditionell engen Verbindungen zum Kreml verschaffen dem Ölkonzern eine bedeutende Stellung. Foto: Maxim Shipenkov
29.09.2017

Der russische Ölkonzern Rosneft

Moskau (dpa) - Der Konzern Rosneft, dessen Aufsichtsrat Altbundeskanzler Gerhard Schröder nun leitet, ist der größte russische Ölproduzent und förderte im vergangenen Jahr 210 Millionen Tonnen Öl- und Gaskondensat.Der 1995 gegründete Konzern hat seinen Sitz in Moskau und ist seit 2006 sowohl an der Moskauer als auch an der Londoner Börse notiert. Der britische Konzern BP hält 19,75 Prozent. Der russische Staat verkaufte Ende 2016 rund 20 Prozent seiner Anteile an den Schweizer Rohstoffhändler Glencore und an das Emirat Katar, nachdem extrem niedrige Ölpreise das Land in eine wirtschaftliche Krise gestürzt hatten. Für Russland war es bislang das größte Privatisierungsgeschäft; trotzdem hält der Staat die Kontrollmehrheit von über 50 Prozent.

Die traditionell engen Verbindungen zum Kreml verschaffen Rosneft eine bedeutende Stellung. Igor Setschin, ein enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, ist seit 2004 die entscheidende Figur bei Rosneft, zunächst im Aufsichtsrat, dann als Vorstandschef. 2004 erhielt Rosneft auch wichtige Teile des zerschlagenen Yukos-Konzerns des Oligarchen Michail Chodorkowski.

Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit den Raffinerien Bayernoil in Vohburg, PCK in Schwedt und Miro in Karlsruhe. Außerdem kontrolliert das Unternehmen Ölfelder im Algerien sowie in der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien und in Venezuela.

Die EU verhängte 2014 Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts gegen zahlreiche russische Unternehmen. Rosneft darf demnach keine Spezialtechnik und Dienstleistungen zur Ölförderung aus dem Ausland beziehen und ist von langfristigen Krediten ausgeschlossen.