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Auf Ballhöhe: Derbyfieber bei Ortsnachbarn, Teo Rus kribbelt’s in den Füßen.
Auf Ballhöhe: Derbyfieber bei Ortsnachbarn, Teo Rus kribbelt’s in den Füßen © PZ-Archiv
27.10.2011

Derbyfieber bei Ortsnachbarn, Teo Rus kribbelt’s in den Füßen

Philipp Michalzick hat sich extra schon neue Torwarthandschuhe gekauft, Roman Gichau wird ständig beim Bäcker darauf angesprochen und Volker Rudel fiebert ebenfalls dem Spiel der Spiele entgegen. FV Niefern gegen FV Öschelbronn, am kommenden Sonntag um 15.00 Uhr. In beiden Nachbar-Ortschaften ist das Derbyfieber schon ausgebrochen.

„In diesem Spiel geht’s immer zur Sache“, weiß Roman Gichau. Der Trainer des FV Niefern freut sich auf die Partie mit besonderer Brisanz. Denn wohl noch nie gab es die Konstellation, dass die Ortsnachbarn als Tabellendritter (Niefern, 21 Punkte) und Tabellenvierter (Öschelbronn, 19) in der Kreisliga aufeinandertrafen. „Die Rivalität der beiden Fußballvereine ist groß“, erzählt Gichau weiter, der in Niefern wohnt und den FV schon seit neun Jahren coacht. Trainerkollege Volker Rudel (47), der in Bauschlott zu Hause ist, und seit Mai den FV Öschelbronn betreut, kennt die „Machtkämpfe“ ebenfalls und meint: „Man muss aufpassen, dass die Emotionen nicht zu hoch kochen.“ Denn klar ist, jeder will die Nummer eins in der Doppelgemeinde des östlichen Enzkreises sein. Kleinere Differenzen zwischen den Klubs soll es angeblich immer wieder mal in der Vergangenheit gegeben haben. Nach über 20 Jahren wurde im Sommer nun auch die Spielgemeinschaft in der Jugend wieder aufgelöst. Doch der Fokus gilt am Sonntag den ersten Mannschaften. Rund 700 Zaungäste werden erwartet. Die meisten werden wohl Nieferner sein – bedingt durch die Größe der Ortschaften: Niefern zählt rund 8400 Einwohner, Öschelbronn 3600.

Das letzte Duell vergangene Saison im Pokal entschied Niefern mit 3:1 für sich. Und auch diesmal ist Gichau von der Stärke seiner Truppe überzeugt. „Wir funktionieren perfekt als Mannschaft. Meine Jungs leben den Fußball.“ Der Coach warnt aber auch vor dem Gegner: „Öschelbronn ist eine gefährliche Mannschaft mit vielen abgezockten Spielern.“ Definitiv ausfallen wird allerdings Routinier Renato Bestvina (Außenbanddehnung). Dennoch peilt Volker Rudel drei Punkte an und hofft, dass seine starke Offensive (32 Tore sind Ligaspitze) mit Youngster Mertan Yilmaz (20) auch ohne die Ideen von Bestvina zuschlägt. Komplimente verteilt Rudel trotzdem an den Gegner. „Niefern hat den großen Vorteil, dass man eine junge, aber gewachsene Mannschaft hat mit einem starken Keeper Philipp Michalzick.“ Wer schlussendlich als Sieger den Platz verlassen wird, wird der Sonntag zeigen. Ein Sieg wäre für Roman Gichau jedenfalls die beste Einstimmung – auf seinen 41. Geburtstag am Montag.

2. Teo Rus kribbelt’s in den Füßen

Seine ersten Schritte im Trainergeschäft hat Teodor Rus hinter sich. Der verletzte Mittelfeldregisseur des Verbandsligisten TSV Grunbach trainiert seit zwei Wochen die zweite Mannschaft – bisher noch ohne Erfolg. Nach dem 2:5 gegen Weiler, zog sein Team nun am vergangenen Spieltag gegen Engelsbrand mit 2:3 den Kürzeren. Der Drittletzte der Kreisklasse A2 befindet sich somit weiterhin in akuter Abstiegsgefahr. „Gegen Engelsbrand haben wir unglücklich verloren“, sagt der Ex-Profi des KSC. „Es braucht eben etwas Zeit, bis die Spieler meine Vorgaben umsetzen können.“ Schnelles Kombinationsspiel, aggressives Pressing, das will Teo Rus sehen.

Sich selbst bezeichnet der 37-Jährige als einen „impulsiven Trainer“, den es an der Seitenlinie trotz Kreuzbandrisses kräftig in den Füßen juckt. „Es ist furchtbar nicht eingreifen zu können“, sagt Rus, der erst jetzt wieder mit dem Lauftraining beginnen wird. Vielleicht macht er nach der Winterpause dann die ersten „Gehversuche“ auch in der zweiten Mannschaft. „Aber wenn ich fit bin, will ich natürlich in der Ersten spielen“, gibt sich der Rumäne gewohnt angriffslustig. Priorität gilt jetzt aber erst einmal der Reserve. Und Rus ist sich sicher: „Wir steigen nicht ab.“

3. Ellmendingen auf der Suche

Noch nichts Neues gibt es in der Trainerfrage beim TuS Ellmendingen zu verkünden. Beim A-Ligist ist nach der Trennung von Klaus Kerler weiter Michael Lindauer interimsmäßig am Ruder. Mit „einigen Kandidaten“ sei man jedoch in Gesprächen, sagt TuS-Pressesprecher Helmut Mornhinweg gegenüber der PZ. Und noch vor der Winterpause wolle der Verein einen neuen Trainer präsentieren, damit dieser die Mannschaft in ein, zwei Spielen in diesem Jahr noch kennenlernen könne.

Auf dem Markt sind derzeit unter anderem Frank Misztl (zuletzt TSV Grunbach) und Roy Walz (zuletzt FC Unterreichenbach). Aber auch Jens Rogge (zuletzt Spieler des TSV Grunbach) wäre als Spielertrainer frei.