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Heiß und trocken sieht anders aus. Der Sommer in Deutschland war eher kühl und feucht. In anderen Ländern kämpft man mit stärkeren Extremen wie großer Hitze oder Überflutungen.
Heiß und trocken sieht anders aus. Der Sommer in Deutschland war eher kühl und feucht. In anderen Ländern kämpft man mit stärkeren Extremen wie großer Hitze oder Überflutungen. © dpa
15.07.2012

Deutschland wartet weiter auf den Sommer

Während Deutschland noch immer auf den richtigen Sommer wartet, kämpfen die Menschen in anderen Teilen der Welt mit Wetterextremen. In Japan wüteten am Wochenende schwere Unwetter und kosteten 25 Menschen das Leben. 250 000 Bewohner mussten wegen der katastrophalen Situation ihre Häuser verlassen. Probleme anderer Art verursachte das schlechte Wetter in London: Viel Regen bringt beim Olympia-Park die Planungen durcheinander - das Kernstück der XXX. Sommerspiele soll für Athleten, Trainer und Betreuer eine Woche später als geplant zugänglich sein. In Bulgarien hingegen ächzen die Menschen unter der Rekordhitze.

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Auf Japans südlicher Hauptinsel Kyushu traten durch den Rekordregen in den vergangenen Tagen Flüsse über die Ufer und überschwemmten mehrere Wohngebiete und Ackerland. Schlammlawinen rissen Autos und Wohnhäuser mit. Die Meteorologen warnten vor weiteren Überflutungen und Erdrutschen. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag berichtete, sind mehr als 3000 Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten, weil Schlammlawinen die Straßen blockieren. Sie würden vom Militär mit Proviant und Wasser versorgt. Bereits am Samstag hatten die Behörden fast 250 000 Bürger aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Die Ausmaße der Regenfälle auf Kyushu seien beispiellos, teilte der Wetterdienst mit.

In London verzögert schlechtes Wetter die Öffnung des Olympia-Parks. Diese ist nun für den 23. Juli - nur vier Tage vor Beginn der Spiele - vorgesehen. Das berichtete «The Sunday Telegraph». In dem 250 Hektar großen Areal sind sieben Wettkampfstätten unter anderen für Leichtathletik, Schwimmen, Radsport und Hockey angesiedelt. Bis zum Sonntag waren vor allem um die Arenen noch zahlreiche Baustellen zu sehen. Im Stadion für die BMX-Radwettkämpfe mussten noch Tribünen aufgebaut werden.

Ganz andere Sorgen hatten die Menschen in Bulgarien. Am Sonntagnachmittag registrierte das Meteorologische Institut des Balkanlandes in Lowetsch in Nordbulgarien fast 41 Grad. Auch das Wasser um die Badeorte bei Burgas am Schwarzen Meer war mit bis zu 28 Grad nicht wirklich erfrischend. Bereits am Samstag wurden an mehreren Orten Tagesrekorde mit Werten von bis zu 38 Grad erreicht. Ein heißeres Wochenende hat es in diesem Jahr in Bulgarien noch nicht gegeben.

Vor einer Woche waren bei schweren Überschwemmungen in der südrussischen Region Krasnodar mindestens 172 Menschen ums Leben gekommen, etwa 30 000 Bewohner sind obdachlos. Mit umgerechnet 225 Millionen Euro will Russland nun die vom verheerenden Hochwasser in Mitleidenschaft gezogene Stadt Krimsk wieder aufbauen. «Wir werden die Stadt in Stand setzen, die sozialen Einrichtungen und die Infrastruktur. Wir bauen ein neues Viertel mit einer Schule und einem Krankenhaus», kündigte Gouverneur Alexander Tkatschjow nach Angaben der Agentur Ria Nowosti am Sonntag an.

In Deutschland weckte der wilde Wettermix aus Regen, Gewitter und Sturm bei mäßigen Temperaturen bislang kaum Sommergefühle. Anderthalb Monate nach dem Start des Meteorologischen Sommers am 1. Juni glauben aber zwei Drittel (65 Prozent) der Bundesbürger, dass doch noch ein richtiger Sommer kommen könnte. Wie eine repräsentative Umfrage für die Zeitung «Bild am Sonntag» weiter ergab, haben 33 Prozent der Bürger die Hoffnung auf einen schönen Sommer schon aufgegeben. Mit dem Auf und Ab soll es erstmal weitergehen: zwischen Regenphasen immer wieder warme Tage, die von Blitz und Donner beendet werden. dpa