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06.12.2016

Die CDU unter Merkel

Berlin (dpa) - Angela Merkel führt seit mehr als 16 Jahren als erste Frau die auch heute noch von Männern dominierte CDU. Einige Fakten:PARTEIVORSITZ - Merkel wuchs in der DDR auf und kam erst mit der Wende in die Politik. Im April 2000 wurde sie in Essen mit 95,9 Prozent der Delegiertenstimmen zum ersten Mal zur CDU-Vorsitzenden gewählt. An diesem Dienstag will die CDU Merkel zum neunten Mal in das Amt wählen - wieder in Essen. Am schlechtesten schnitt sie 2004 mit 88,4 Prozent ab, am besten 2012 mit 97,9 Prozent. Anders als andere Parteien wertet die CDU Enthaltungen als ungültige Stimmen. Dadurch sieht das Ergebnis meistens etwas besser aus.

MITGLIEDERENTWICKLUNG - Die Mitgliederzahlen gehen bei der CDU ebenso wie bei der anderen Volkspartei SPD seit Jahren zurück. Der Mitgliederstand der SPD fiel 2008 unter den der CDU. Seitdem liegt mal die eine, mal die andere Partei vorn. Derzeit hat die CDU etwa 435 000 Mitglieder, bei den Sozialdemokraten sind es rund 445 000.

BUNDESTAGSWAHLEN - Merkel stand von 2002 bis 2005 auch an der Spitze der CDU/CSU-Fraktion, die unter ihrer Führung bei der Bundestagswahl 2005 erstmals seit 1998 wieder stärkste Fraktion wurde. Bei der Wahl 2013 verpassten CDU und CSU nur knapp die absolute Mehrheit.

KANZLERIN - Am 22. November 2005 wurde Merkel zur ersten deutschen Bundeskanzlerin ernannt. Sie führte zunächst eine Koalition von Union und SPD, dann von 2009 bis 2013 ein schwarz-gelbes Bündnis und seitdem wieder eine schwarz-rote Regierung. Sie selbst würde sich nach der Wahl 2017 kaum gegen eine Koalition mit den Grünen sperren.

BUNDESPRÄSIDENTEN - Zweimal gaben während Merkels Amtszeit von ihr mit ausgesuchte Bundespräsidenten vorzeitig auf: 2010 Horst Köhler und 2012 nach knapp 20 Monaten sein Nachfolger Christian Wulff. Den nun scheidenden Präsidenten Joachim Gauck brachten zuerst SPD und Grüne ins Gespräch, bevor sich Merkel anschloss. Nachfolger von Gauck soll Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) werden, den die SPD vorgeschlagen hat. Merkel willigte nach Wochen ein.