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09.11.2009

Die Einschläge kommen näher

Die Einschläge kommen näher. Zum Beispiel im Sport. Scheinbar ist Handball eine relativ ungesunde Sportart, denn wegen der Schweinegrippe mussten gleich zwei Spiele abgesagt werden.

So blieb beim Heimspiel der SG Pforzheim gegen TUS Altenheim die Halle leer, und auch das Handballmatch TV Bretten gegen TV Calmbach ist der Seuche zum Opfer gefallen. Selbst im Fußball in der B-Liga, wo doch sonst nur die kernigen Naturburschen vom Lande über den Acker pflügen, ist am vergangenen Wochenende der Kick FC Dietlingen II gegen SpVgg Conweiler-Schwann II nicht angepfiffen worden. Nein, nicht weil die sich die Mistgabeln um die Ohren geschlagen haben, sondern weil sich so ein kleiner Virus erdreistet hat, einen Fußballspieler zu attackieren.

Im Grunde ist mir das ja egal, aber ärgerlich ist es schon. Wo ich doch jetzt meine Schweinegreippe-Impfung hinter mir habe, könnte ich ja - wenn ich denn wollte - jedes Wochenende in die Sporthalle oder ins Stadion gehen, so ganz ohne Sorgen, ohne Mundschutz, ohne Angst vor irgendwelchen verseuchten Tröpfchen, die mir ein anderer Zuschauer entgegenhustet. Mal abgesehen davon, dass es mich total anekelt, wenn Typen in der Masse niesen und husten und meinen, dass jeder davon etwas abhaben müsste.

Jetzt, wo ich mich als Geimpfter problemlos jeder Menschenmasse anschließen dürfte, könnte es bald sein, dass es keine Massenversammlungen mehr gibt. Die Handball-Absagen sind doch nur der Anfang. Bald trifft es vielleicht auch Kino- und Theatervorstellungen. Immerhin: Es dürfte dann auch keine langen Warteschlangen an Kaufhauskassen und keine übervollen Stadtbusse mehr geben. Selbst Staus auf der Autobahn müssten korrekterweise aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.

Das wäre dann für die noch fahrbereiten Geimpften eine prima Belohnung für ihren Mut. Freie Fahrt auf der A8, während die anderen schniefend, hustend im Fieberwahn im Bett liegen müssen.

Thomas Kurtz