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14.12.2016

Die Entgleisungen des philippinischen Präsidenten

Vientiane (dpa) - Derbe Flüche sind sein Markenzeichen, Beleidigungen seine Art der Diplomatie: Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte verkauft sich als Mann des Volkes und biedert sich gerne mit Gossensprache an.Seine Entgleisungen entsetzen weltweit, aber auf den Philippinen kommen sie offenbar gut an: Trotz internationaler Kritik kam der ehemalige Staatsanwalt nach seinem Amtsantritt Anfang Juli im Umfragen auf Zustimmungsraten von 91 Prozent. Eine Auswahl seiner derbsten Sprüche:

US-PRÄSIDENT: «Du musst mir Respekt zollen. Werf mir nicht einfach Fragen und Einschätzungen hin. Hurensohn, ich werde Dich bei dem Forum verfluchen.» (Vor dem dann abgesagten ersten Treffen mit US-Präsident Barack Obama beim Ostasien-Gipfel Anfang September in Laos)

US-BOTSCHAFTER: «Ihr wisst ja, ich streite mich mit dem Botschafter. Dem schwulen Botschafter, diesem Hurensohn. Er ging mir auf die Eier.» (Nach dem Besuch von US-Außenminister John Kerry Anfang August vor Fernsehreportern)

DIE UN: «Fickt euch, Vereinte Nationen, ihr könnt noch nicht einmal das Gemetzel im Nahen Osten lösen. Haltet alle die Klappe!» (bei einer Pressekonferenz im Juni)

DER PAPST: «Zisch ab, Du Hurensohn!» (So titulierte Duterte Papst Franziskus, weil er beim Papstbesuch in Manila 2015 einmal fünf Stunden im Verkehrsstau steckte)

DIE MISSIONARIN: Über den Fall einer australischen Missionarin, die in seiner Heimatstadt Davao vor Jahren mehrfach vergewaltigt und ermordet wurde: «Ich war total sauer, dass sie vergewaltigt wurde, aber sie war wunderschön. Ich dachte, als Bürgermeister hätte ich als erster «dran» sein sollen.»

KLEINKRIMINELLE: «Alle umbringen» - das ist Dutertes Rezept vor allem für Rauschgifthändler. Wer nicht verschwinde, sei in Lebensgefahr: «Ich werde euch alle umbringen, in die Bucht von Manila werfen und damit die Fische füttern.»