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20.07.2015

Die Macht der Töne - Musik und ihre Wirkung auf den Menschen

Kaum jemand kann und will sich ein Leben ohne Musik vorstellen. Musik hat eine ganz besondere Wirkung auf den Menschen, von ihr geht eine unsichtbare Kraft aus, die uns unter anderem fröhlich, traurig oder nachdenklich stimmen kann. Musik fördert weiterhin den sozialen Zusammenhalt und vermag es, Rituale mit einer spirituellen Bedeutung aufzuladen. Für die meisten Menschen ist ein Leben ohne Musik deshalb schlichtweg undenkbar. Doch seit wann musizieren die Menschen? Existiert Musik schon seit Anbeginn der Zeit und ist das menschliche Bedürfnis nach Musik anerzogen oder bereits seit der Geburt vorhanden? Was macht Musik mit dem menschlichen Gehirn und welche Bedeutung kommt ihr in der Pädagogik zu? Fragen über Fragen – die Antworten folgen nun.

  1. Der Ursprung der Musik

Wer hat die Musik eigentlich erfunden? Oder wurde sie überhaupt erfunden? War sie nicht vielleicht schon immer da und wurde vom Menschen nur entdeckt? Anbei eine kurze Betrachtung der Ursprünge von Musik, wie wir sie noch heute kennen.

1.1.    Der göttliche Ursprung der Musik in der Erzählung der Völker

Musik als Möglichkeit, mit den Göttern zu sprechen.

Es kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, wann der Mensch das erste Mal mit dem Musizieren begann. In den Erzählungen der Völker ist die Musik ein Werk der Götter. Die Musik wird dabei von den Menschen gebraucht, um die Götter wohlwollend zu stimmen. Doch auch zur Beschwörung des Unsichtbaren und Beängstigenden nutzten unsere Vorfahren Musik. Schon die Menschen der Steinzeit musizierten, wie Funde belegen. Schriftliche Aufzeichnungen aus Ägypten aus dem 3. Jahrtausend vor Christus sowie Funde alter Instrumente erzählen ebenfalls von der Musik der damaligen Zeit.

Bereits seit der Altsteinzeit wurden wohl Tänze aufgeführt, welche von rhythmischem Klatschen begleitet wurden. Zusätzliche Hilfsmittel waren Stöcker und Ruten, mit welchen im Takt geschlagen wurde. Funde belegen außerdem, dass bereits die Neandertaler erste Flöten herstellten und darauf spielten. Zudem gab es bereits Rasseln, welche aus Hörnern von Tieren gefertigt waren, Trommeln, die anfangs aus hohlen Baumstämmen bestanden und sogar mit Saiten bespannte Bögen, also Verläufe der heutigen Zupfinstrumente. In der Jungsteinzeit stellten die Menschen bereits selbst Trommeln und Rasseln aus Ton her. Letztere hatten die Form von Tieren oder Menschen.

Bereits in der Steinzeit machten die Menschen Musik

Die ersten Metallverzierungen auf Musikinstrumenten finden sich in der Bronzezeit. In Dänemark wurden sogar komplett aus Metall gefertigte Blasinstrumente aus dieser Zeit, genannt Luren, entdeckt. Sie bestehen aus einem weit geschwungenen, mehrteiligen Rohr, verfügen über ein posaunenartiges Mundstück und hatten eine beachtliche Länge von 1,50 m und 2,40 m. Ebenfalls verwendet wurden in der Bronzezeit Trompeten, Klapperbleche, Klangplatten und Tonrasseln.

Auf Darstellungen der Sumerer, welche im vierten Jahrtausend vor Christus entstanden, sind Leiern abgebildet. Die Saiteninstrumente waren damals echte Luxusgegenstände, denn sie wurden aus Silber und Gold gefertigt und mit Muscheln verziert. Eine Stierfigur übernahm die Funktion des Resonanzkörpers bei dem auf dem Boden stehenden Instrument. Später wurden dann auch, als eine Art Weiterentwicklung, Handleiern gebaut. Das früheste heute bekannte Bild einer Handleier stammt aus Babylon und wurde ungefähr um 1800 vor Christus angefertigt.

Da es aus diesen Epochen keinerlei Tondokumente gibt und auch die Musik bis ins 8. Jahrhundert vor Christus ausschließlich mündlich weitergegeben wurde, kann über die Art der damaligen Musik kaum etwas gesagt werden. Wahrscheinlich ist aber, dass es sowohl einstimmige als auch mehrstimmige Musik gab. Darauf deuten zum Beispiel Funde von verschiedenen Instrumenten an derselben Stelle sowie Bilder hin, welche mehrere Musiker zeigen, die mit ihren Instrumenten zusammensitzen. Des Weiteren findet in der Bibel das Orchester Nebukadnezars II. Erwähnung, in welchem Leiern, Pfeifen, Harfen und Hörner zusammen gespielt wurden.

Musik war von Anbeginn der Zeit auch immer ein Mittel der Kommunikation und wurde zur Konversation mit den Göttern genutzt. Oft galten Musikinstrumente als heilig und durften nur von bestimmten Personen, wie Priestern und zu bestimmten Anlässen genutzt werden.

Quelle: http://musicsite.schule.at/G_dateien/themen/Epochen_MG/u_stufe/u_UrsprungderMusik.htm

1.2.    Die Musikentwicklung von der Antike bis zur Neuzeit

Als Kunstform wurde Musik wohl das erste Mal in der Antike betrachtet. 400 vor Christus interpretierten die Menschen Musik als Zusammenspiel von Tanz, Poesie und Tonkunst. Zwar hielt sich diese Ansicht nicht bis heute, dennoch sind Tanz und Dichtung noch immer eng mit der Musik verwoben. Der Mathematiker Pythagoras war bestrebt, die Musik rational-mathematisch zu deuten und stellte Überlegungen zu den einzelnen Intervallproportionen an. Auf seinen Erkenntnissen bauen die heutigen Tonlehren auf. Platon und Aristoteles gelten heute wiederum als die Begründer der Musikphilosophie. Die Erkenntnisse des Pythagoras aber waren auch im Mittelalter noch im Bewusstsein der Menschen und viele verbrachten ihre Zeit lieber damit, Musik zu komponieren, statt selbst ein Instrument zu spielen. Trotz dessen etablierte sich der Minnesang zu dieser Zeit und war vor allem beim einfachen Volk, aber auch bei vielen Herrschern beliebt.

Minnesänger zogen quer durchs Land und unterhielten die Menschen mit Musik und Gesang

Die Epochen der Romantik und Aufklärung führten zu einer Renaissance der Musik und zahlreiche neue Instrumente und Rhythmen entstanden. Des Weiteren interessierte sich nun auch ein immer breiterer Teil der Bevölkerung für die Musik. Im 19. Jahrhundert nahm in Europa und den USA der musikalische Einfluss afroamerikanischer Gruppen zu, was unter anderem einer der Gründe war, dass Komponisten den Geschmack der Öffentlichkeit nicht mehr ausreichend befriedigen konnten und ihre Musik in den Hintergrund geriet.

Gitarren, Trompeten, Schlagzeuge verbreiteten sich zunehmend und elektronische Instrumente sowie Schallverstärker wurden entwickelt. Dies führte zum Auftauchen ganz neuer Stilrichtungen, wie Swing, Jazz und Rock, die sich vor allem bei den jungen Leuten größter Beliebtheit erfreuten und eine Revolution der Massenwahrnehmung von Musik in der Öffentlichkeit zur Folge hatten. Jeder konnte nun seinen ganz einigen Musikgeschmack ausarbeiten. Dennoch gab es natürlich in jedem Jahrzehnt bevorzugte Stilrichtungen. So zum Beispiel in den 1980er Jahren, als Klänge aus dem Synthesizer ganz besonders angesagt waren. Darauf aufbauend folgten Techno, Trance und House-Musik, doch auch Rock und Jazz waren durchgehend beliebt. Sie entwickelten sich weiter und es entstanden zahlreiche Unterkategorien, wie Heavy Metall oder RnB. Hip-Hop und Rap waren Ende der 90er Jahre sehr verbreitet und haben auch heute noch eine große Zuhörerschaft. Die aktuelle Musiklandschaft ist äußerst vielseitig und bietet wohl für jeden Geschmack das Passende.

Quelle: http://www.was-war-wann.de/geschichte/musik.html

1.3.    Die Mutter-Säugling Beziehung als Schlüssel?

Hat Musik ihren Ursprung in der Beziehung zwischen Mutter und Neugeborenem?

Nun haben wir erfahren, dass die Menschen wohl seit Anbeginn der Zeit rhythmisch klatschten, tanzten und nach und nach eine Fülle an Instrumenten entwickelten. Doch woher dieser Wunsch nach Musik eigentlich kommt und warum er dem Menschen offenbar angeboren ist, konnte noch nicht beantwortet werden.

Dr. Richard Parncutt, Leiter des Zentrums für Systematische Musikwissenschaft der Karl-Franzens- Universität Graz ist der Meinung, der Ursprung der Musik liege in der „Babysprache“, also der akustisch-gestischen Kommunikation zwischen Mutter und Säugling. Die Grundlage für diese Form der Kommunikation zwischen Mutter und Säugling wird bereits im Mutterleib geschaffen, indem der Fötus die Geräusche der Mutter, wie zum Beispiel das rhythmische Schlagen des Herzens, wahrnimmt. Doch auch die Atmung der Mutter, ihre Stimme, ihre Schritte und die Geräusche ihres Magens kann das ungeborene Kind bereits vier Monate vor der Geburt hören. Ihre Bewegungen erlebt der Fötus über den Gleichgewichtssinn, die Haut und die eigene Körperwahrnehmung. Da diese Laut- und Bewegungsmuster stets vom Gefühlszustand der Mutter geprägt sind, haben sie auch für den Fötus bereits eine emotionale Qualität und werden zur Grundlage für die Laut- und Bewegungsstruktur von Musik. Musikalität ist also eine einzigartige menschliche Fähigkeit, die laut Parncutt ihren Ursprung in dieser vorsprachlichen und unbewussten Wahrnehmung hat. Die Spiritualität, die der Musik seit jeher innewohnt, könnte ihren Ursprung ebenfalls in dieser Quelle haben, denn im Grunde ist Spiritualität ein tiefsinniges Gespür für das eigene Selbst und die emotionale Verbindung mit anderen Menschen und für den Säugling sind er und seine Mutter eine untrennbare Einheit.

Quelle: https://idw-online.de/de/news421345

  1. Die pädagogische Bedeutung von Musik

Der Einsatz von Musik in der Pädagogik.

Nun soll sich mit dem Einfluss von Rhythmik und Musik auf die kindliche Früherziehung beschäftigt werden.

2.1.    Rhythmik als ganzheitliches Bildungsangebot

Rhythmik stellt ein ganzheitliches Bildungsangebot in der kindlichen Früherziehung dar. Wie bereits erwähnt, haben Kinder eine angeborene Faszination und Begeisterung für Musik und Rhythmik und bewegen sich instinktiv dazu. Doch Rhythmik fördert dabei auch ganz unterschiedliche Bereiche, welche nun kurz umrissen werden sollen:

Quelle: http://www.kindergartenpaedagogik.de/1362.pdf

2.2.    Das Konzept der musikalischen Früherziehung

Früh übt sich – das Konzept der musikalischen Früherziehung.

Aufgrund der eben aufgeführten Erkenntnisse zwischen Rhythmik und der kindlichen Entwicklung hat sich das Konzept der musikalischen Früherziehung herausgebildet, welches aktuell einen starken Zulauf erlebt. Dabei werden für drei bis sechsjährige Kinder, teilweise auch jüngere, Konzepte ganz verschiedener Natur angeboten.

Unter anderem zu nennen, ist in diesem Zusammenhang das Orff-Schulwerk. Carl Orff, welcher 1895 in München geboren wurde, erprobte und entwickelte Konzepte und Lehrstücke zur musikalischen Erziehung von Kindern. Es ging ihm dabei nicht um eine elitäre Ausbildung, sondern darum, den Kindern Spaß am Gesang, am Tanz und am Musizieren mit einfachen Instrumenten zu vermitteln. Möglichst simpel und robust sollten die Instrumente also sein, wie zum Beispiel Rasseln und Trommeln.

Zwanzig Jahre nach Orff trat Mauricio Kagel auf den Plan und entwickelte ein Konzept der musikalischen Früherziehung, welches eigentlich eher als offenes und in jeder Hinsicht abwandelbares Experiment beschrieben werden kann. Seine Instrumente waren nicht ausschließlich dem musikalischen Bereich zuzuordnen, sondern vielmehr Spiele mit komplexem Lern- und Erfahrungsgehalt, wie das Hörspielhäuschen oder der Flipperkasten. Darauf sollten die Kinder eine Art „Vormusik“ ausüben, welche seiner Ansicht nach die entscheidende Vorbedingung für Kreativität, Interessensentfaltung und die spätere Arbeitshaltung im Musikunterricht sei.

Quelle: https://www.familienhandbuch.de/erziehungsbereiche/musik/konzepte-musikalischer-fruherziehung

  1. Das musikalische Gehirn

Welche Wirkung hat Musik auf das menschliche Gehirn?

Musik geht ans Herz, das steht fest, doch die eigentliche Verarbeitung von Musik findet natürlich im Gehirn statt. Doch was passiert, wenn Musik an unser Ohr dringt? Welche Hirnareale werden aktiviert und welche Erkenntnisse hat die Hirnforschung in Bezug auf die Musikrezeption bisher sammeln können?

3.1.    Musik und ihre Wirkung auf die linke und die rechte Hirnhälfte

Musik dringt, wie alle anderen Geräusche auch, mittels Klangwellen an das menschliche Ohr, wo dieser mechanische Reiz in Nervenimpulse umgewandelt wird. Da das Ohr in der Lage ist, die spezifischen Frequenzen von Geräuschen voneinander zu unterscheiden, wird der Schall bereits im Ohr vorsortiert und die jeweiligen Impulse werden, entsprechend ihrer Natur in verschiedene Bereiche des Gehirns weitergeleitet. Sprache wird also in einem anderen Teil des Gehirns verarbeitet, als beispielsweise Baustellengeräusche oder eben der Klang von Musik.

Wie wird Musik vom menschlichen Gehirn verarbeitet?

Dass ein Geräusch vom Menschen als solches wahrgenommen wird, haben wir dem auditiven Cortex, dem Hörzentrum der Großhirnrinde, zu verdanken. Beim Hören von Musik werden im Gehirn jedoch noch andere Bereiche aktiviert, welche dann eine Vielzahl an Aufgaben übernehmen. Nur so können beim Hören eines Musikstückes Töne, Harmonien, Klangfarben, Rhythmen oder auch die einzelnen Instrumente voneinander unterschieden werden. Der linken Gehirnhälfte kommt dabei in der Regel die Aufgabe zu, die Musik zu analysieren und ihre einzelnen Komponenten voneinander abzugrenzen. Eine besonders hohe Aktivität weisen diejenigen Regionen der linken Hirnhälfte auf, welchen sonst die Aufgabe der Sprachverarbeitung obliegt. In der rechten Hirnhälfte wiederum wird Musik als Ganzes verarbeitet und ihre übergeordneten Strukturen werden erkannt. Des Weiteren werden Hirnareale aktiviert, welche für die Bewegungskoordination zuständig sind. Dies bedeutet, dass das Gehirn den Klang von Musik ganz automatisch mit der dazugehörigen motorischen Aktivität verbindet.

Selbstverständlich reagiert nicht jedes Gehirn in gleicher Art und Weise auf Musik und die Gehirne  von Musikern verarbeiten die Musik zum Beispiel anders als diejenigen von ungeübten Hörern.

3.2.    Die verblüffende Ähnlichkeit zwischen Musik und Sex

Musik löst Emotionen aus

Unter anderem werden Musik und Rhythmus auch im limbischen System verarbeitet. In diesem Hirnareal haben die Emotionen ihren Ursprung. Auf die Gefühle, die Musik bei uns auslöst, haben wir also keinen Einfluss. Das Gehirn verbindet bereits dann ein bestimmtes Gefühl mit einer bestimmten Musik, bevor wir uns überhaupt bewusst darüber sind, dass wir Musik hören. Interessant ist, dass Musik die gleichen Hirnareale anregt, wie Sex. Vielleicht ein weiterer Grund dafür, dass Menschen einfach nicht ohne sie können.

Quelle: http://www.wandtattoo.de/motive/musik/wirkung-von-musik.html

3.3.    Musik in der Hirnforschung

 

Die Erforschung der Wirkung von Musik auf das Gehirn.

In der Hirnforschung wurde die Verarbeitung von Musik mittels bildgebender Verfahren untersucht. Dabei kamen teils sehr interessante Erkenntnisse zutage, zum Beispiel, dass das Gehirn unterschiedliche Arten von Musik auch unterschiedlich verarbeitet. Das Muster der Hirnaktivität verrät dabei, um welche Musik es sich jeweils handelt. Ein Forscherteam aus Finnland wollte dem auf den Grund gehen und untersuchte, inwieweit sich die Hirnaktivität in Bezug auf die Rezeption verschiedener Musikgenres verändert. Ihre Probanden bekamen während des Experiments unter anderem ein Stück der Beatles, ein Vivaldikonzert und einen argentinischen Tango vorgespielt. Mittels fMRT wurden währenddessen die Hirnaktivitäten der Versuchskandidaten aufgezeichnet. Das Ergebnis: Einige Hirnareale wurden von allen Musikgenres aktiviert, zum Beispiel Bereiche in der Hörrinde und im limbischen System. Doch auch Unterschiede traten zutage. So lösten besonders komplexe Musikstücke eine hohe Aktivität im rechten Schläfenlappen aus und Lieder, welche über Text verfügten wurden verstärkt mit der rechten Gehirnhälfte rezipiert.

Weitere Ergebnisse der Hirnforschung sind, dass die Verbindung zwischen rechter und linker Gehirnhälfte, das sogenannte Corpus callosum, bei Musikern deutlich stärker ausgebildet ist. Des Weiteren ist bei ihnen mehr graue Substanz in denjenigen Regionen vorhanden, die für auditive und die räumlich-visuelle Wahrnehmung sowie für die Motorik zuständig sind.

Ebenfalls interessant: Einige Menschen sind gegen die emotionale Wirkung von Musik tatsächlich immun. In diesem Fall sprechen Forscher von der sogenannten Anhedonie, also der Unfähigkeit Freude zu empfinden. Betroffene erkennen zwar, ob es sich um fröhliche oder traurige Musik handelt, die mit der Musik transportierten Emotionen greifen jedoch nicht auf sie über. In anderen Bereichen waren diese Personen jedoch zur Freude fähig, weshalb die Forscher vermuten, dass das Belohnungssystem ihres Gehirns einfach anders arbeitet.

Quelle: http://www.br.de/themen/wissen/musik-forschung-hirnforschung-100.html

3.4.    Musik als Gedächtnistraining

Musik stellt für das menschliche Gehirn eine echte Herausforderung dar, weshalb es nicht unwahrscheinlich ist, dass mit dem Hören von Musik auch ein  gewisser Trainingseffekt einhergeht. Das Gehirn muss eine Vielzahl an gleichzeitig eingehenden Informationen erfassen und verarbeiten. Zudem wurde festgestellt, dass die Aufgabenteilung des Gehirns beim Hören von Musik bei Profimusikern oft genau umgekehrt funktioniert, als bei Laien. Diese und die weiteren Auffälligkeiten der Gehirne von Profimusikern, die bereits angesprochen wurden, führen zu der Annahme, dass das Hören von Musik und das Musizieren das Gehirn verändern. Dabei bleiben dem Einzelnen alle Neuverschaltungen, die zwischen den Nervenzellen des Gehirns aufgrund der Musik entstehen, dauerhaft erhalten. Der Gedanke wurde weitergesponnen und so nimmt man heute an, dass Musik den Abbau von Nervenzellen im Gehirn alter Menschen verhindern kann. Dafür spricht, dass einige der im Alter von Abbau betroffenen Gehirnareale bei Musikern stärker ausgeprägt sind. Fest steht, dass sich Musik positiv auf das Gedächtnis auswirkt.

Musik wirkt sich positiv auf die Gedächtnisleistung aus.                        

Trainiert werden dabei all jene Hirnareale, welche am Hören und am Lautbilden beteiligt sind. Gleiches ist bei den sogenannten totalen Sprachen, also Sprachen, bei welchen das Verständnis sehr von akustischen Feinheiten abhängt, der Fall. Solch eine Sprache ist zum Beispiel das Chinesische. Des Weiteren kommt Musik auch die Funktion einer Gedächtnisstütze zu. Wer einen Text in einem Lied hört, kann sich diesen deutlich besser merken. Dies ist auch einer der Gründe, warum Kirchenlieder gesungen werden. Dieser Umstand wurde auch an Anatomiestudenten getestet. Sie mussten ihren Lernstoff singen und haben ihn so tatsächlich besser behalten.

Quelle: http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/musik/macht_der_musik/

Fazit

Es ist also kein Zufall, dass Musik für viele so untrennbar zum Menschsein gehört, wie Essen oder Schlafen. Musik gab es schon immer. Bereits unsere steinzeitlichen Vorfahren musizierten mithilfe einfachster Instrumente und in jeder Epoche der Menschheitsgeschichte spielte die Musik eine wichtige Rolle. Möglicherweise hat die Musik ihren Ursprung in der Mutter-Kind-Beziehung und ihre Rezeption beginnt bereits vor der Geburt. Fest steht, dass Musik große Auswirkungen auf das menschliche Gehirn hat, es verändert und vielleicht sogar vor Alterserscheinungen bewahren kann. Die musikalische Früherziehung oder das Musizieren allgemein sollte deshalb bereits möglichst früh begonnen werden, wenn sich das Gehirn noch im Entwicklungsstadium befindet. Musik fördert unter anderem die Intelligenz, die sozialen Kompetenzen sowie die Motorik, doch das Wichtigste ist: Musik macht einfach Freude.

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