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Bewährtes Team an der wvib-Spitze: Präsident Klaus Endress (rechts) 

		und Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer.
Bewährtes Team an der wvib-Spitze: Präsident Klaus Endress (rechts) und Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer. © Lache
14.12.2011

Die Runde der Chefs

Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden e.V. (wvib) bietet seit rund 50 Jahren mit Erfa-Gruppen ein einzigartiges Netzwerk für Führungskräfte.

Im Schwarzwald gegründet, in der Welt zu Hause – mit diesem Selbstverständnis agiert der wvib Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden e.V. mit Sitz Freiburg. Gerne betitelt er sich auch als „Schwarzwald AG". Schließlich sei der wvib das größte Unternehmernetzwerk im Südwesten. Mit seinen rund 1.000 Mitgliedsfirmen ist er „als unabhängiger Dienstleistungsverband für den industriellen Mittelstand tätig". Das Geschäftsgebiet reicht längst über Südbaden hinaus. Dort wurde der agile Verband 1946 gegründet. Inzwischen stehen auch namhafte Unternehmen aus der Region Nordschwarzwald in der Mitgliederliste. Zum Beispiel die J. Schmalz GmbH (Glatten bei Freudenstadt). Das international agierende Vakuum-Technologie-Unternehmen wurde 2012 „Mitglied des Jahres". Und wie kommt man zu einer derartigen Ehre? Kurz gefasst: Wenn man den wvib in hohem Maße fordert. Dessen Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer erklärt dazu: „Wir zeichnen seit 2007 jährlich das Unternehmen aus, das im vergangenen Jahr die Dienstleistungen des Verbands am häufigsten genutzt hat." Gezählt werden laut Münzer demnach Beratungsanrufe sowie vor allem Teilnahmen an Erfas (Erfahrungsaustauschgruppen), in Arbeitskreisen und an Seminaren oder anderen Veranstaltungen." Einer der jungen wvib-Mitgliederzugänge ist die E.G.O. Elektro-Gerätebau GmbH aus der Kraichgau-Gemeinde Oberderdingen. Dort werden Hightech-Produkte für Waschmaschinen, Herde, Wäschetrockner und viele andere Geräte im Haushalt oder in gewerblichen Anwendungen produziert. Insgesamt gehören dem Verband eine Reihe erfolgreicher und weltweit aktiver Unternehmen an – unter anderem der Sensor-Hersteller Sick AG in Waldkirch (Auszeichnung: Deutschlands beste Arbeitgeber), außerdem der deutsch-schweizerische Messtechnik-Spezialist Endress+Hauser. Klaus Endress ist noch bis Ende 2013 Chef der Endress+Hauser Gruppe mit über 10.000 Beschäftigten und wechselt dann in den Verwaltungsrat. Er repräsentiert den wvib seit vielen Jahren mit hohem Engagement als Präsident. Unterdessen äußerte sich der geschäftsführende Gesellschafter eines großen industriellen Pforzheimer Herstellers lobend über den wvib: „Mich interessieren am Verband vor allem die Erfa-Gruppen. Sie sind ein Gewinn für jeden, der daran teilnimmt." Da der Unternehmer den Mitgliedsantrag noch nicht unterschrieben hat, möchte er namentlich ungenannt bleiben. In den Erfa-Gruppen bringt der Verband Unternehmer, Entscheider und Fachleute zusammen. „Sie lernen von Beispielen aus anderen Unternehmen, praxisnah und lebendig. Fachlich wie persönlich entsteht ein lernendes Netzwerk", sagt Hauptgeschäftsführer Münzer.

Der wvib bietet Fach-Erfa-Gruppen für die zweite Führungsebene an und einen speziellen Austausch für Nachfolger aus Familienunternehmen. Speziell für Chefs haben sich in den vergangenen 50 Jahren inzwischen 44 Gruppen mit etwa 650
Unternehmerinnen und Unternehmern etabliert. Mitglieder sind geschäftsführende Gesellschafter, Geschäftsführer und – in wenigen Ausnahmen – leitende Führungspersönlichkei-ten der wvib-Mitgliedsunternehmen. Pressesprecherin Silke von Freyberg erklärt: „Pro Gruppe haben wir durchschnittlich 10 bis 15 feste Teilnehmer." Diese überschaubare Zahl ermögliche es jedem Mitglied, einen Beitrag in die Gruppe einzubringen. Und: „Wir achten streng darauf, dass keine Wettbewerber in derselben Gruppe sind." Ohnehin soll ein Erfa-Kreis unterschiedliche Branchen repräsentieren. Von Freyberg: „Die Gruppe entscheidet, wen sie aufnimmt." Ganz wichtig: „Verschwiegenheit ist oberstes Gebot." Im Verbands-Credo für die Chef-
Erfa heißt es unter anderem: „Wer führt, wer Verantwortung trägt, kann im eigenen Unternehmen nicht immer offen über die eigene Aufgabe reden. Aber gerade Unternehmer brauchen den Austausch unter Kollegen, um ihre eigene Rolle besser kontrollieren zu können." Der Ablauf eines Erfa-Tages (zwei Treffen pro Jahr) zwischen 10 und 17 Uhr sieht etwa so aus: Der Moderator aus dem wvib-Team begrüßt; das gastgebende Unternehmen stellt sich vor; Rundgang durch das Unternehmen; Mittagessen; Aussprache; Präsentation des Tagesthemas; Konjunkturgespräch; unternehmerische Tagesfragen (Gruppenmitglieder bringen Fragen, Inhalte und Erfahrungen ein, die in ihrer täglichen Arbeit auftreten); Neues aus dem wvib; Terminbestimmung für das nächste Treffen. Hauptgeschäftsführer Münzer: „Offenheit und Vertrauen sind die Grundlage des einzigartigen Netzwerks wvib." Es gelte, „Wissen gemeinsam zu nutzen", indem sich jeder Einzelne gezielt engagiere, von anderen lerne und somit „als Unternehmerpersönlichkeit profitiert".