nach oben
Eine US-Grenzpatrouille durchsucht in der Nähe von McAllen im US-Bundessstaat Texas einen Mann. Foto: Larry W. Smith/Arc
Eine US-Grenzpatrouille durchsucht in der Nähe von McAllen im US-Bundessstaat Texas einen Mann. Foto: Larry W. Smith/Archiv
28.02.2017

Die wichtigsten Streitpunkte zwischen den USA und Mexiko

Mexiko-Stadt (dpa) - Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hat sich das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko deutlich abgekühlt.Heute kommen US-Außenminister Rex Tillerson und Heimatschutzminister John Kelly zu Gesprächen nach Mexiko. Die wichtigsten Konfliktfelder:

GRENZMAUER: Trump will an der rund 3200 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko eine Mauer errichten, um die illegale Einwanderung und den Drogenschmuggel zu stoppen. Mexiko soll für die Mauer zahlen. Die mexikanische Regierung hat wiederholt erklärt, dass sie nicht für die Kosten aufkommen werde. Denkbar wäre, dass die USA den Bau über Strafzölle auf in Mexiko gefertigte Produkte oder mit Steuern auf Überweisungen von in den USA arbeitenden Mexikanern in die Heimat finanzieren.

MIGRATION: Trump hat angekündigt, Millionen illegaler Einwanderer abzuschieben. Heimatschutzminister John Kelly wies die Grenzschutzbehörde am Dienstag an, all jene Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung abzuschieben, die verurteilt wurden, wegen eines Verbrechens angeklagt sind oder einer Straftat beschuldigt werden. Die neuen Richtlinien öffnen die Tür für massenhafte Abschiebungen. In den USA leben Schätzungen zufolge rund 5,8 Millionen Mexikaner ohne Papiere. Die Integration von Millionen Menschen dürfte Mexiko vor große Probleme stellen. Zudem sind die Überweisungen von in den USA arbeitenden Mexikanern ein wichtiger Devisenbringer für das Land.

SICHERHEIT: Die USA und Mexiko kooperieren seit Jahren im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Erst im Januar hatte Mexiko den mächtigen Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Zudem stoppt Mexiko jedes Jahr Zehntausende Migranten aus Mittelamerika auf ihrem Weg in die USA. Trump wirft Mexiko Versagen im Kampf gegen das organisierte Verbrechen vor. Mexiko fordert seinerseits von den USA mehr Engagement im Kampf gegen den Waffenschmuggel und Geldwäsche. Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo drohte zuletzt damit, die Sicherheitskooperation mit den Vereinigten Staaten aufzukündigen, sollten die USA aus dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) aussteigen.

HANDEL: Trump hat angekündigt, das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu zu verhandeln oder sogar aufzukündigen. Seiner Einschätzung nach gehen durch den Vertrag zahlreiche Arbeitsplätze in den USA verloren. Mexiko will an Nafta festhalten, steht einer Reform aber aufgeschlossen gegenüber. Zudem hat Trump gedroht, mexikanische Produkte mit Steuern zu belegen. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern beträgt über 530 Milliarden US-Dollar. 80 Prozent der mexikanischen Exporte gehen in die USA. Das Außenhandelsdefizit der USA gegenüber Mexiko liegt bei 58 Milliarden Dollar.