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Foto: Symbolbild
Verurteilung © dpa
19.01.2015

Dieb nach Verkauf von Beute wegen Steuerhinterziehung verurteilt

Nach seiner Verurteilung wegen des Diebstahls von Prepaid-Telefonkarten hat das Amtsgericht Bremen einen Angeklagten auch wegen Steuerhinterziehung bestraft. So wurde am Montag aus einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten eine Gesamtbewährungsstrafe von zwei Jahren. Außerdem verurteilte der Richter den 42-Jährigen zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 10 Euro.

Der geständige Mann hatte seinem Arbeitgeber über Jahre hinweg große Mengen Telefonkarten gestohlen und sie verkauft. Dafür bekam er etwa 900 000 Euro. Jahrelang gab er keine Steuererklärungen ab, später nur für seine Beschäftigung in dem Unternehmen. Das fiel dem Finanzamt im Zusammenhang mit dem Bau eines Hauses auf. Die Behörde errechnete eine Schuld von rund 350 000 Euro für Einkommens-, Gewerbe- und Umsatzsteuer seit 2005.

Zu Beginn des Prozesses einigten sich Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Richter darauf, dass die Strafe bei einem Geständnis nicht über zwei Jahre auf Bewährung hinausgeht. Verteidiger Jesko Trahms kritisierte dennoch, es sei unerträglich, dass der Staat einen Teil aus Straftaten haben wolle. Der Richter widersprach: «Wäre es nicht auch unerträglich, wenn der ehrliche Kaufmann seine Einkünfte versteuern muss, der Straftäter aber nicht?»