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22.03.2010

Dieter Thomas Kuhn begeistert im CCP mit Schlagern

PFORZHEIM. Kaum hat Dieter Thomas Kuhn den Schlager „Sag mir quando, sag mir wann“ begonnen, stimmen auch schon hunderte Kehlen lauthals in den Refrain mit ein und tirilieren fröhlich: „Sag mir quando, quando, quando.“

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Partylaune pur und Farbenrausch im Pforzheimer CongressCentrum, als der Tübinger Sänger mit seiner Band das letzte seiner „Schalala“-Konzerte einer Kurztournee gibt, die den 1965 geborenen Föhnwellen- und Brusthaartoupet-Träger nach Würzburg, Saarbrücken und schließlich auch in die Goldstadt führt.

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Es ist – wie fast bei jedem Auftritt des 45-Jährigen – ein Fest der Sinne, das die Fans mit ihm über knapp zwei Stunden hinweg feiern. Tanzend, singend, klatschend, schunkelnd und Sonnenblumen in originalgetreuem 70er-Jahre-Outfit durch die Lüfte schwingend, suchen und finden die rund 2200 Besucher Abstand vom Alltag und berauschen sich generationsübergreifend an all den Hits, die allerorten in den 70ern aus den Lautsprechern schallten.

Kuhn, der im silbern glitzernden Schlaghosen-Anzug und rosafarbenem Hemd mit ausladend großem Kragen auf der Bühne steht, hat sie alle im Gepäck, die Hits, zu denen bereits frühere Generationen ausgelassen gefeiert haben: Da wird „Griechischer Wein“ genossen, mit dem Udo Jürgens eins Erfolge gefeiert hat und Howard Carpendales „Tür an Tür mit Alice“ geträllert. Da wird mit großem Chor stimmungsvoll „Über sieben Brücken“ gegangen und man erinnert sich gemeinsam an die Erfolge von Peter Maffay. Und auch wenn Kuhn zur „Fiesta Mexicana“ einlädt, lässt sich keiner der Besucher zweimal Bitten, das Tanzbein und die Stimmbänder zu schwingen, die Bierbecher zu heben und ausgelassen zu dem einstigen Megaschlager Rex Gildos zu abzufeiern.

Beeindruckend, wie sich vor der Bühne junge Schlagerfreunde und jung Gebliebene gleichermaßen an Peter Alexanders „Die kleine Kneipe“ und „Über den Wolken“ von Liedermacher Reinhard May erfreuen, wie sie textsicher nicht nur in die eingängigen Refrains einstimmen, sondern sämtliche Texte fehlerfrei aus den Kehlen schmettern und mit ihrer unüberhörbaren Sangeslust selbst Dieter Thomas Kuhn wohlige Schauer über den Rücken jagen, der ob der großen Begeisterung zugibt: „So was hatte ich wirklich nicht erwartet – einfach toll.“

Kuhn ist ein Entertainer par excellence, er flirtet mit den Frauen und kommuniziert auch immer wieder mit den Musikern seiner Band, die den stimmgewaltigen Tübinger als Reincarnation einer ganzen Schlagergeneration mit handgemachter Musik brillant unterstützen. Dabei sind die Instrumentalisten ebenso schrill und farbenfroh gewandet wie die Mehrheit des Publikums, die für diesen Abend entweder kräftig in der Klamottenkiste gekramt hatte oder aber in Vorfreude auf den ausgelassenen Abend nach alten Schnittmustern neue Gewänder geschneidert hat: Regenbogenfarben und mit psychedelischen Mustern, in leuchtendem Rot, Grün, Gelb, Blau oder Orange, gemustert oder uni.

Was mit „Sag mir quando, sag mir wann“ seinen Anfang nahm, steuert schließlich mit dem rockig präsentierten Udo-Jürgens-Hit „Aber bitte mit Sahne“, bei dem auch reichlich Pyrotechnik zum Einsatz kommt, dem offiziellen Ende mit den beiden Titeln „Es war Sommer“ (Maffay) und dem im Original von Howard Carpendale gesungenen „Fremde oder Freunde“ zu.

Gellende Pfiffe und schrille Begeisterungsschreie sowie nicht endender Applaus begleitet von „Dieter Kuhn“-Gesängen holen den Barden samt Band nach dessen erstem Abgang nochmals auf die Bühne, lassen ihn „Anita“ von Costa Cordalis, Carpendales „Ti Amo“ und „Liebe ohne Leiden“ (Udo Jürgens) von der Bühne schmettern bevor es dann als letztes Bonbon auch noch Danyel Gerards „Butterfly“ und Michael Holms „Tränen lügen nicht“ mit amüsanter Showeinlage der Musiker in braunen Trainingsanzügen gibt.