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14.01.2009

Discothek "Musikpark" sorgt für Streit

PFORZHEIM. Auf Unmut stoßen bei Anwohnern an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße Zustände rund um die Discothek „Musikpark“ im G 19, der ehemaligen Goethe-Galerie. Zum Sprecher der Mieter macht sich Helmut B., Eigentümer einer Immobilie in der unmittelbaren Nachbarschaft.

In einem Schreiben an das Ordnungsamt und die Spitze der Polizeidirektion prangert B. tatsächliche oder vermeintliche Missstände an. So dauere der „Lärm von ankommenden und abgehenden Massen von Besuchern am Wochenende bis 6 Uhr“. An Schlaf sei nicht zu denken.

Die von den Türstehern abgewiesenen oder hinauskomplimentieren Besucher deckten sich frustriert an einer nahe gelegenen Tankstelle mit Alkohol ein und urinierten in Ermangelung einer öffentlichen Toilette in die umliegende Hausgänge an der Zerrennerstraße.

Die Anwohner hätten, zitiert B., auch Mutproben der besonderen Art gesehen: Jemand lege sich in der abschüssigen Rechtskurve vor dem G 19 auf die Straße und springe erst im letzten Moment auf, bevor ihn ein Auto erfasse.

Ähnlichkeiten zum ehemaligen „Principle“, einem Keller-Lokal schräg gegenüber, seien unverkennbar. Hier zogen Polizei und Ordnungsamt die Daumenschrauben an – der Betreiber warf das Handtuch.
Wolf-Dietmar Kühn, Leiter des Ordnungsamts, kontert: Die baurechtliche Genehmigung für den Betrieb des „Musikparks“ im G 19 sei rechtens. Der Beschwerdeführer verwechsle Äpfel mit Birnen – denn die Westliche teile gerade dort das nördlich von ihr gelegene Mischgebiet (mit eingeschränkten Betriebszeiten) vom südlichen Kerngebiet. Und dort dürfe eben bis 5 Uhr Betrieb sein. Kühn attestiert dem Betreiber „Seriosität“. Er tue sein Bestes, um ungebetene Klientel von der Disco fernzuhalten. Kühn: „Er siebt – das ist sein gutes Recht.“
Das allerdings werde sehr restriktiv ausgelegt, klagen einige abgewiesene Besucher – aufgrund dunkler Hautfarbe oder nicht deutsch klingenden Namens im Personalausweis, vermuten die Abgewiesenen.
Diese auch dem Ordnungsamt bekannten, immer wiederkehrenden Vorwürfe wies der Betreiber gegenüber der Verwaltung zurück. Auf eine schriftliche Anfrage der „Pforzheimer Zeitung“ vor zwei Monaten antwortete er hingegen nicht.