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Was hat die Doping-Forschung in Westdeutschland zu verantworten? Gehört dazu auch die Weitergabe von Anabolika an Kinder? Eine Studie soll das klären.
Was hat die Doping-Forschung in Westdeutschland zu verantworten? Gehört dazu auch die Weitergabe von Anabolika an Kinder? Eine Studie soll das klären. © dpa
03.08.2013

Doping in Westdeutschland: Anabolika für Kinder

Bei der Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit im Westen Deutschlands sind weitere Details bekanntgeworden. Unter anderem seien schon in den 70er-Jahren Anabolika an Minderjährige verabreicht worden, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» (Samstag). Ferner sei bereits Ende der 80er-Jahre mit Forschungen zur Wirkungsweise des Blutdopingmittels Epo begonnen worden.

Das Blatt bezieht sich auf Ergebnisse der Studie einer Forschergruppe der Berliner Humboldt Universität mit dem Titel «Doping in Deutschland 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation». Der Abschlussbericht der vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) 2008 initiierten Arbeit ist bislang noch nicht veröffentlicht. Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) und der DOSB hatten Datenschutzbedenken als Grund genannt.

Aber jene Datenschutz-Bedenken gegen die Freigabe einer umfassenden Studie, so ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin am Samstag, seien inzwischen ausgeräumt worden, «so dass einer Veröffentlichung insoweit nichts mehr im Weg steht. Die Klärungen seien im Interesse einer uneingeschränkten Verwertbarkeit der Ergebnisse erforderlich gewesen.

Erste Ergebnisse der historischen Studie waren schon vor knapp zwei Jahren bekanntgeworden. Damals waren schon «staatlich subventionierte Anabolika-Forschungen» festgestellt worden. Diese seien nach 1970 in Freiburg beim umstrittenen Sportmediziner Joseph Keul «konzentriert» worden.

Das Innenministerium, das auch für Sport zuständig ist, habe «großes Interesse an einer lückenlosen Aufklärung und Bewertung der Dopingvergangenheit in beiden Teilen Deutschlands», betonte der Sprecher des Bundesinnenministeriums.