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Fußball-Experten unter sich: Bundestrainer Joachim Löw (links) und Teammanager Oliver Bierhoff (rechts) tauschen sich mit PZ-news-Redakteur Thomas Kurtz über EM-Geheimnisse aus. Und Kurtz serviert sie noch brandheiß auf PZ-news.
Fußball-Experten unter sich: Bundestrainer Joachim Löw (links) und Teammanager Oliver Bierhoff (rechts) tauschen sich mit PZ-news-Redakteur Thomas Kurtz über EM-Geheimnisse aus. Und Kurtz serviert sie noch brandheiß auf PZ-news. © Fotomontage: Dietz/dpa
08.06.2012

EM-Bankdrücker: Entspannter Boateng trifft Ronaldo

1972 - 1980 - 1996. Das sind meine zweitliebsten Zahlen. Auf Platz eins liegen bei mir 1954, 1974 und 1990. Nein, das sind nicht meine wichtigsten persönlichen Daten, weder Geburts- oder Hochzeitstag noch der Code für mein Fahrradschloss oder die Telefonnummer meines Pizzaservices. Fußballkenner wissen das. Wer die schönste Hauptsache der Welt liebt, kennt die Zahlen aus dem Effeff.

Meine zweitliebsten Zahlen sind die Jahre, in denen Deutschland Fußball-Europameister wurde. Und jetzt ist die Zeit reif, dass die Zahlenreihe ergänzt wird: 1972 - 1980 - 1996 - 2012.

Dafür sind eigentlich nur zwei Vorausstzungen zu erfüllen. Die deutsche Nationalelf muss das Auftaktspiel gewinnen - das war bei den drei EM-Erfolgen auch immer so gewesen. Und Jogis Buben müssen dann noch alle anderen Spiele gewinnen. Eigentlich so einfach, dass es sogar Profifußballer verstehen können.

Zum Beispiel Jérôme Boateng. Der scheint das mit der Entspannung vor dem wichtigen Auftaktspiel irgendwie missverstanden zu haben. Locker auslaufen im Gelände? Dehnübungen? Entmüdungsbecken? Massage? Da hat vielleicht seine Personal Trainerin Gina-Lisa Lohfink etwas nicht ganz korrekt auf die Reihe bekommen. Aber auch Boateng muss sich irgendwie verhört haben. Die Silikon-Blondine ist kein Nacht-, sondern ein Nacktmodel. Und für Nachtschwämer, die über die Stränge schlagen, hat Bundes-Jogi eigentlich wenig übrig. Das hört man halt so auf der Bank.

Aber warum der Nationalcoach dann den Boateng gegen Fußball-Adonis Cristiano Ronaldo spielen lässt, ist schon wieder eines der vielen Geheimnisse des früheren KSC-Trainers. Immerhin: Löw hatte mit dem Karlsruher SC nur eines von 18 Spielen gewonnen. Mit der DFB-Elf sieht das anders aus: Zehn Siege in zehn Spielen in der EM-Qualifikation. Der Mann weiß vielleicht doch, was er tut.

Hoffentlich. Und hoffentlich weiß das auch der Boateng. Denn Ronaldo kennt so manche Tricks, um einen Rechtsverteidiger schwindelig zu spielen. Den Portugiesen hätte man mit Gina-Lisa in den Whirlpool, also das Entmüdungsbecken, stecken und dann den Hotelzimmerschlüssel wegwerfen sollen. Auch dem Selbstvermarktungswunder Gina-Lisa zuliebe.

Aber im Grunde ist das alles egal. Der Ronaldo darf so viele Tore schießen, wie er will. Wenn nur Klose und seine Kumpels eins mehr schießen. Hauptsache, es geht endlich los. Ich bin heiß. Thomas Kurtz