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Manche lassen sich eine kleine Rose tätowieren, andere ein bisschen mehr...
Manche lassen sich eine kleine Rose tätowieren, andere ein bisschen mehr...
16.07.2008

Echte Tattoos - Hautbilder für immer

Mit Pulli und Hose sieht Paul Schultz aus wie andere Leute auch. Aber wenn er im Sommer nur ein T-Shirt trägt, ahnt man es: Unter seinen Kleidern verbergen sich aufregende Bilder. Pauls Haut ist an vielen Stellen tätowiert.

Auf dem Arm ist ein Teufel, quer über dem Rücken ein Mann, der mit einer Schlange kämpft. Schaurig sieht das aus. Kein Wunder - die Hautbilder gehören zu uralten Gruselgeschichten aus Japan.

«Es geht da zum Beispiel um Räuber und Leute, die vom Teufel entführt werden. Ich bin ein Fan von diesen Geschichten», erzählt Paul. Er ist 28 Jahre alt. Die Hautbilder wird er noch als alter Mann haben. Sie lassen sich nicht abwaschen - egal, wie sehr er schrubbt. Sie wachsen auch nicht heraus. Echte Tattoos sind für immer. Leute, die sich tätowieren lassen, suchen sich deshalb oft Bilder aus, die eine besondere Bedeutung für sie haben - zum Beispiel den Namen der Liebsten oder einen Glücksbringer.

«Für viele sind Tattoos aber auch einfach ein Schmuck für den Körper», erzählt Bernd Muß vom Tattoo-Studio Freestyle in Hamburg. Er hat Paul viele Bilder tätowiert. Jetzt malt er Adebola Olasanya ein Tattoo auf den Rücken. Stechen sagt man dazu. Die Tätowiermaschine in Bernds Hand sieht aus wie ein kurzer, dicker Füller. Am unteren Ende sind hauchdünne Nadeln. Blitzschnell bewegen sie sich auf und ab - 130 Mal pro Sekunde. «Dabei wird Farbe unter die Haut gedrückt und da eingebettet», sagt Bernd.

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Die Piekserei tut ziemlich weh, findet Adebola und verzieht das Gesicht. «Das ist schlimmer als in Brennnesseln zu baden.» Bernd darf keinen Fehler machen. «Das ist anders als beim Friseur. Haare wachsen nach. Ein Tattoo bleibt ewig», sagt er. Wer Tätowierer werden will, muss den Beruf deshalb richtig lernen. «Ich hab auf Schweinehaut und einer Art Moosgummi geübt», sagt Bernd.

Wer zu ihm kommt, muss absolut sicher sein, dass er für den Rest seines Lebens ein Tattoo haben will. Was ist, wenn man sich den Namen der Freundin tätowieren lässt, und die wird später zur Zicke? Außerdem gilt: Man darf sich erst ab 18 Jahren tätowieren lassen. Wer jünger ist, braucht die Erlaubnis der Eltern. «Kinder ändern ihren Geschmack oft noch», sagt Bernd. Sie können aber schon mal testen, ob ihnen Bilder auf der Haut gefallen: mit Rubbel-Tattoos. Nicht so oft waschen - dann können die viele Tage halten.

 

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