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Bankautomat wird in Berlin in die Luft gesprengt.
Ein Knall und viele Splitter - Diebe sprengen Geldautomaten
03.09.2013

Ein Knall und viele Splitter - Diebe sprengen Geldautomaten

Berlin (dpa) - Die Glasscheiben sind zerborsten, Trümmer liegen weit verstreut auf dem Gehweg. Ein Ermittler hält eine Tastatur zum Eintippen von Geheimzahlen in den Händen. Geld können Bankkunden hier in Berlin-Kreuzberg vorerst nicht mehr abheben: Unbekannte haben zwei Geldautomaten in dieser Filiale der Deutschen Bank gesprengt. Das war am Sonntagmorgen - und kein Einzelfall in der Hauptstadt. Auch bundesweit kommt es immer wieder zu den rabiaten Taten.

 

Allein in Berlin sprengten Diebe in diesem Jahr laut Polizei schon 13 Automaten - beziehungsweise versuchten, auf diese Weise an Beute zu gelangen. «Ein Zusammenhang der Taten wird geprüft», sagt ein Sprecher. Bundesweit gab es laut Bundeskriminalamt (BKA) im gesamten vergangenen Jahr 9 Sprengungen und 17 Versuche. Für 2010 weist die Statistik sogar 31 Taten und 49 erfolglose Sprengungen auf.

 

Auch wenn ein Geldautomat nicht in die Luft fliegt und Bares in die Taschen der Diebe wandert, sind die Kosten für die Banken «erheblich», wie eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Michaela Roth, erläutert. «Es ist nicht nur das erbeutete Geld, sondern auch der bauliche Sachschaden.» Konkrete Zahlen nennt Roth nicht. Im aktuellen Fall mitten in Kreuzberg können Kunden die Filiale laut einer Bank-Sprecherin erst einmal nicht benutzen.

 

Wenn Automaten gesprengt würden, entscheide das Geldinstitut, ob und wie die Sicherheit verstärkt werde, sagt Roth. «Es gibt ein breites Spektrum.» So könne zum Beispiel ein Wachmann in eine Filiale gebeten werden. Weitere Details will sie nicht nennen. «Zu sicherheitsrelevanten Themen können wir uns nicht äußern», sagt auch die Sprecherin der Deutschen Bank.

 

«Es gab solche Fälle schon in jedem Bundesland», berichtet eine BKA-Sprecherin. Gehäuft traten Automaten-Sprengungen demnach in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auf. Das Phänomen sei seit 2005 in Deutschland bekannt. Bis dahin hätten die Ermittler von Fällen etwa in Italien und Spanien gewusst. Die bislang für Deutschland ermittelten Verdächtigen stammen der BKA-Sprecherin zufolge aus Osteuropa. «Wir gehen aber davon aus, dass mehrere Tätergruppen aktiv sind.»

 

Ungefährlich ist so eine Sprengung nicht, auch nicht für Unbeteiligte. Trümmerteile, die nach der Explosion in Kreuzberg umherflogen, beschädigten vorbeifahrendes Auto. Auch waren Passanten in der Nähe, die ein lauter Knall aufgeschreckt hat - die aber glücklicherweise unverletzt blieben.