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nter Druck: Birkenfelds Moritz Hoeft (großes Foto, vorne) gegen CfR-Spieler Denis Garcia-Franco.
nter Druck: Birkenfelds Moritz Hoeft (großes Foto, vorne) gegen CfR-Spieler Denis Garcia-Franco. © PZ-Archiv
05.10.2011

Ein enttäuschter Hoeft und ein tanzender Tardelli

Moritz Hoeft war bedient. Die 1:3-Derbypleite gegen den 1. CfR Pforzheim hatte dem Stürmer des Fußball-Verbandsligisten des 1. FC Birkenfeld ordentlich zugesetzt. „Ich hab jetzt zum vierten Mal gegen den CfR verloren, das gibt’s doch nicht“, meinte Hoeft, der sich nach dem Spiel beim Oktoberfest im Erlach-Stadion von Teamkollege Marc Burkart sogar auf ein Bierchen überreden lassen musste. Der vor der Partie angekündigte Unterhosentest bei seinen Mitspielern sei noch negativ ausgefallen.

„In der Kabine war alles okay, aber auf dem Weg zum Platz muss dann irgendwas passiert sein“, so Hoeft, der sich den lethargischen Auftritt seiner Truppe nicht erklären kann. „Vielleicht war der ein oder andere doch etwas nervös. Irgendwie hat im Spiel einfach die Ordnung gefehlt“, blickt Hoeft frustriert zurück.

Ganz anders die CfRler: Die spielten das Derby locker leicht runter und feierten hinterher nicht nur den Sieg. Co-Trainer Gerhard Aufmuth schmiss zu seinem 44. Geburtstag eine Runde und auch der verletzte Beytullah Yüksel wurde an diesem „Feier“-Tag ein Jahr älter. „Den Sieg widmen wir Beytullah“, meinte Kapitän Bruno Martins gut gelaunt bei Weißwurst und Weißbier. „Wir hoffen, dass er nach seinem Kreuzbandriss schnell wieder auf die Beine kommt.“

Während der CfR am kommenden Spieltag nun gegen Waldhof Mannheim II nachlegen will, wartet auf Birkenfeld das nächste schwere Derby: Am Samstag geht’s zum Spitzenreiter TSV Grunbach.

Tardelli tanzt auf den Tischen

Die Grunbacher bringt derzeit nichts aus dem Konzept – nicht einmal ein ausschweifender Besuch auf dem Münchner Oktoberfest. Der Brasilianer Joao Tardelli tanzte bei seiner Wiesn-Premiere auf den Tischen Samba, Rodolfo Jakubowski unterhielt den Champagner-Stand und der bei der TSV-Truppe „integrierte“ Trainer des Ortsrivalen 1. FC Engelsbrand, Timo Dominke, ließ sich einige Maß schmecken.

Weil Spieler, wie auch Funktionäre des TSV, spät in der Nacht in alle Bierzelte ausgeschwärmt waren, musste der Bus mit vierstündiger Verspätung von der Wiesn abfahren. Gegen 7.00 Uhr fielen die Kicker dann völlig übermüdet daheim ins Bett. Am Sonntag waren sie aber schon wieder topfit und fegten mal eben Ziegelhausen/Peterstal mit 4:0 vom Kunstrasen. Mit Birkenfeld wartet nun ein ganz anderes Kaliber. „Wir freuen uns drauf“, so TSV-Vize Torsten Heinemann.

Andy Trick und die Querlatte

Andreas Trick wird die 73. Minute im Spiel gegen den SSV Reutlingen (2:0) wohl nicht so schnell vergessen. Der Abwehrspieler des Oberligisten FC Nöttingen – kurz zuvor eingewechselt für Felix Zachmann – stand beim Stand von 2:0 mutterseelenallein vor dem Reutlinger Tor und bugsierte das Leder aus acht Metern an die Latte. Unfassbar! Doch Trainer Michael Wittwer nahm’s mit Humor: „Ich hab’ Andy ja auch nicht zum Toreschießen eingewechselt, sondern zum Toreverhindern.“

Der Unglücksrabe selbst: „Wenn man so eine Szene in der Bundesliga sieht, lacht man drüber. Wenn einem das aber selbst passiert, möchte man am liebsten im Erdboden versinken. Ich hätte halt meinen starken linken Fuß nehmen sollen.“ „Sturmkollege“ Metin Telle fügte abschließend noch hinzu: „Jetzt weiß er, wie es sich anfühlt, wenn man als Angreifer eine dicke Chance versemmelt.“ Eines ist jedenfalls sicher: Als Stürmer hat Andy Trick ab sofort bei seinem Coach schlechte Karten.

Weidlich hält den Ball flach

Ganz gute Karten – und zwar im Titelrennen – hat der FC Nöttingen II in der Landesliga Mittelbaden. Die Lila-Weißen haben nach dem 1:0-Heimsieg (Tor: Marius Schäfer) im Topspiel gegen den TSV Reichenbach die Tabellenspitze übernommen.

Für Adolf Weidlich geht der knappe Sieg gegen den Titelaspiranten auch völlig in Ordnung: „Wir hatten mehr und vor allem die besseren Chancen“, so der Nöttinger Erfolgstrainer. „Dass wir nun oben stehen, fühlt sich gut an, doch Reichenbach und der Zweite Kirrlach haben jeweils ein Spiel weniger.“ Weidlich bleibt bescheiden, von gedanklichem Höhenflug keine Spur. „Die Jungs sollen den Tabellenstand genießen, aber unser primäres Ziel ist und bleibt, dass wir die Spieler weiter ausbilden und an die erste Mannschaft heranführen. Platz eins ist deshalb eigentlich uninteressant.“ Eigentlich sagt Weidlich. Und dennoch: Sollte die junge Nöttinger Truppe von Verletzungen verschont bleiben und die Abwehr um Thomas Ernst, Daniel Novak, Reinhard Schenker und Holger Fuchs, der am Wochenende auch wieder in der „Ersten“ reinschnupperte, weiterhin dicht halten – erst acht Tore in acht Partien –, hat die FCN-Reserve in dieser Saison gute Chancen auf die Meisterschaft.

Martin Hausch hält unglaublich

Ein hart aber fair geführtes Kreisliga-Derby sahen die rund 400 Zuschauer am Sonntag im Wilferdinger Buchwald-Stadion, das die Alemannia am Ende gegen Germania Singen knapp mit 3:2 für sich entschied. Zum Matchwinner avancierte in einer turbulenten Schlussphase Wilferdingens Keeper Martin Hausch. „Unglaublich, was der für Dinger rausgeholt hat“, attestierte ihm sogar Singens Coach Alexander Günther eine überragende Leistung. Doch Lob gab es auch für seinen Schlussmann René Dürr. „Er hat uns mit einigen Glanzparaden im Spiel gehalten.“

Zu einem Punktgewinn hat’s dennoch nicht gereicht und so langsam wird die Luft für die Germanen immer dünner. Als Meisterschaftsfavorit gestartet, steht die Truppe nach acht Spieltagen nur auf dem zwölften Rang (9 Punkte). „Viele haben uns ganz vorne mitspielen sehen“, sagt Günther, „ich nicht. Sechs Leistungsträger haben uns vor der Runde verlassen, es war klar, dass wir kein Favorit sind.“ Mit dem Abstieg werde sein Elf aber auch nichts zu tun haben. „Dafür sind wir zu stark.“

Schritt für Schritt schleicht sich dagegen Alemannia nach oben. „Mit zwei, drei Siegen bist du vorne dabei“, weiß Trainer Alexander Schwenk. „Die Liga ist diese Runde so unglaublich ausgeglichen, da kann fast jeder jeden schlagen.“

Als heißen Anwärter auf den Titelgewinn sieht Schwenk immer noch den CfR Pforzheim II – obwohl die Pforzheimer derzeit Platz zehn belegen.