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Schlechtes Wetter draußen, drinnen gemütliches Ambiente - PZ-Redakteur Thomas Kurtz fühlte sich wohl beim Frühstück im Wohnwagen von Margarete Voß.
Frühstück - margarete voss © Homann
12.04.2008

Ein kleines Stück Glück auf dem Campingplatz

Draußen ist es ungemütlich, kalt und nass. Kein Wetter, um als Normalsterblicher auf einem Campingplatz Spaß zu haben. Camping, das klingt nach warmen Tagen, kurzen Hosen, Klappstuhl und Grillschwaden, aber an diesem Tag passt das Wetter in Neuhausen-Schellbronn nicht zur klassischen Zelt-Romantik. Trotzdem: Augen zu und durch und über die feucht-kalte Freizeitanlage geschritten und am Wohnwagen angeklopft. Schließlich hat Margarete Voß das Team vom PZ-Frühstücksfernsehen eingeladen, und Damen lassen die hungrigen Online-Spezialisten nie unnötig warten.

Die Überraschung ist perfekt. Bei Margarete Voß gibt es keine wackeligen Zeltstangen, keine klammen Zeltwände. Das Camperidyll sieht aus wie ein Mix aus Wohnwagen und Gartenhäuschen und ist urgemütlich. Vor allem aber trocken und warm. Die Werbespezialistin aus Pforzheim-Huchenfeld hat sich hier auf einer Hand voll Quadratmetern mit all dem eingerichtet, was man so braucht, um komfortabel leben zu können. Herd, Spüle, Kühlschrank, Heizung, alles da. Der Strom fließt, nur das Wasser hat sie für den Besuch des PZ-news-Teams in Kanistern von der Zapfstelle holen müssen. Über die kalte Jahreszeit werden die Wasserleitungen wegen der Frostgefahr abgestellt, und Neuhausen-Schellbronn ist mit seiner zugigen Höhenlage dafür bekannt, immer einen Tick kälter zu sein als der Rest des Enzkreises.

Aber das stört Margarete Voß nicht. Wenn es das Wetter zulässt, fährt die sportlich aktive Frau mit dem Rad von Huchenfeld zum Campingplatz. Hier sucht sie aber nicht vordergründig das gesellige Miteinander jener sich ungezwungen und leger gebenden Gemeinschaft, die das Leben an der frischen Luft vor der Haustüre schätzt. Margarete Voß sucht die Ruhe in ihrem eigenen kleinen Reich, wohl wissend, dass es auf einem Campingplatz, wo es doch recht eng zugeht und die Wände dünn sind, nur bedingt eine Privatsphäre gibt.

Und dann kommt auch noch das neugierige Team vom PZ-Frühstücksfernsehen und stellt Fragen über Fragen. Das Wohnwagen-Ensemble wird genau untersucht. Küche, Ess-, Wohn- und Schlafzimmer – und immer mehr entspannt sich das Duo von PZ-news. Aufatmen. Da ist nichts mit Schneidersitz auf der Luftmatratze und Instantkaffee aus dem Esbit-Falt-Kocher. Da wartet ein ausgewachsenes Komplettfrühstück, und der Kaffee ist frisch gebrüht. Nur eine Hürde muss PZ-Redakteur Thomas Kurtz noch überwinden: Den engen Weg zwischen Sitzbank und Tischplatte ohne Gefahr für Leib und Geschirr zu bewältigen.

Dann aber kann er sich auf Orangensaft und Kaffee, Wurstbrötchen, Bircher Müsli und Marmorkuchen freuen, während sein Kollege Moritz Homann den besten Platz für seine Videokamera sucht. Viel Auswahl hat er nicht, sieht aber die Enge eines Wohnwagen als sportliche Herausforderung für einen Kameramann.

Für Margarete Voß war es eher eine raumgestalterische Aufgabe. Sie liebt es gelb. Für sie ist das eine aktivierende, sinnliche Farbe, und so hat sie nun gelbe Vorhänge, gelbe Kissen. Und irgendwie hat sie auch versucht, ihr mobiles Heim, das freilich Neuhausen-Schellbronn wohl nie verlassen wird, nach den Feng-Shui-Prinzipien einzurichten. In ihrer Wohnung in Huchenfeld gelang ihr das bereits. Das soll nicht nur das Wohn-, sondern das gesamte Lebensgefühl positiv beeinflussen.

Margarete Voß ist eben vielen Dingen gegenüber aufgeschlossen. Da ist nichts mit abgestecktem Vorgärtlein mit kitschiger Gartenzwerg-Population. Und wenn Margarete Voß kreativ ist, dann mutig und mit Lust am Ausprobieren von Neuem. Dafür mögen ihre selbst gemalten Bilder ein Beleg sein. Keine Blümchen in der Vase, kein Schwarzwald-Panorama mit idyllischer Mühle im tiefen Tann. Margarete Voß malt bevorzugt Akt-Bilder. Keine kleinen, verhuschten Skizzen, sondern größere Formate – und das gilt letztlich auch für die Modelle.

Da huscht ein Lächeln über das Gesicht von PZ-Redakteur Kurtz, dass selbst seine raumfüllende Figur noch kunstverdächtig ist. Kein Problem also, sich noch einmal ein Brötchen mit Butter zu beschmieren und mit Wurst zu belegen. Gar nicht so schlecht, das Camperleben.