nach oben


Den obligatorischen Schalter für den elektronischen Start von WLAN-City gab der baden-württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid (vierter von rechts) in Anwesenheit von Vertretern aus Wirtschaft und Politik.
Den obligatorischen Schalter für den elektronischen Start von WLAN-City gab der baden-württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid (vierter von rechts) in Anwesenheit von Vertretern aus Wirtschaft und Politik. © Sebastian Seibel
14.12.2011

Eine Stadt mutiert zu Deutschlands WLAN-City

Mit kostenlosem Internet in Pforzheim wollen Unternehmen der Medien- und IT-Branche für ihren Standort werben – Wirtschaftsminister Nils Schmid drückt den Schalter zum digitalen Start.

Am Anfang stand die Vision von Eugen Müller. Der Geschäftsführer des Pforzheimer Mediendienstleisters Meyle + Müller hatte mit Stefan Gimber, Prokurist des Medizintechnik-Unternehmens Admedes Schuessler GmbH, über Möglichkeiten sinniert, wie die Goldstadt nach vorne gebracht werden kann. Im Juli 2011 war das Ziel von Müller klar: Pforzheim soll als einer der wichtigen IT-Standorte in Baden-Württemberg besser in der breiten Öffentlichkeit verankert werden. Eine der plakativen Maßnahmen, mit der Müller der Welt zeigen will, dass in dieser Stadt namhafte, innovative Unternehmen der IT-Branche ihren Sitz haben: ein kostenloser Internetzugang für alle im öffentlichen Raum. „Wir wollen mit dem Angebot des freien WLAN symbolisch demonstrieren, welches Potenzial hier am Standort zur Verfügung steht", sagt der Initiator. Er denkt dabei auch an die Gewinnung von Fachkräften, denen die Großstadt zwischen den Metropolen Karlsruhe und Stuttgart bislang kaum als digitaler Medien- und IT-Standort bekannt ist. Aus der Vision wurde Realität: Müller scharte unternehmerisch denkende Mitstreiter um sich, brachte zudem die Verwaltung der Stadt Pforzheim und den Landkreis Enzkreis sowie die Sparkasse Pforzheim Calw und die IHK Nordschwarzwald hinter sich und formierte die Gruppe unter dem Namen „Medien-/IT-Initiative", kurz M/IT. Die M/IT gründete im Mai 2013 den Verein „PF-WLAN Pforzheim". Er fungiert als Auftraggeber für das kostenlose WLAN-Angebot. Betreiber mit der entsprechenden technischen Umsetzung ist das Karlsbader Unternehmen Skytron Communications GmbH.

Am 4. September 2013 war es offiziell: Der stellvertretende Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) drückte offiziell den Schalter zum Start ins freie WLAN. Gedruckte und elektronische Medien aus ganz Deutschland begleiteten das digitale Ereignis. Für die nächsten drei Jahre bringt die Initiative knapp über eine viertel Million Euro für das Projekt auf. Bei der Finanzierung helfen namhafte Unternehmen aus dem Großraum Pforzheim als Sponsoren und Unterstützer.

Inzwischen ist klar: Paris, Berlin, Pforzheim – beim kostenlosen WLAN-Angebot zieht die Goldstadt locker mit den großen europäischen Städten mit. Seither können Passanten der Innenstadt kostenlos und drahtlos via Smartphone, Tablet oder Notebook ihre E-Mails abrufen oder im Internet surfen. Mehr noch: Geschäftsleute der Stadt (Handel, Restaurants aber auch Arzt- und Anwaltspraxen) können sich an der Initiative beteiligen