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Eine Woche Gottschalk: Quote im Sinkflug, Enttäuschung im Chat.
Eine Woche Gottschalk: Quote im Sinkflug, Enttäuschung im Chat © dpa
27.01.2012

Eine Woche Gottschalk: Quote im Sinkflug, Enttäuschung im Chat

erlin (dpa) - Eine Woche Thomas Gottschalk in der ARD - die Ernüchterung ist da. Die Quoten sanken an vier Sendetagen seiner neuen Vorabendshow kontinuierlich von Tag zu Tag. Im Chat auf der Facebook-Seite von «Gottschalk Live» mehren sich die kritischen Stimmen, vor allem, weil sich der große Meister zunehmend spärlicher an der Kommunikation mit seinen Fans beteiligt.

Zu Wort meldete sich der 61-Jährige, der nach seinem Abhang von «Wetten, dass..?» den quotenschwachen ARD-Vorabend beleben sollte, am Freitag dagegen in der «Bild»-Zeitung. «Ja, es holpert noch!», räumte Gottschalk ein. «Nein, wir haben unsere Form noch nicht gefunden. Aber wir wissen jeden Tag ein bisschen mehr und werden auch noch ein paar Tage mehr brauchen.»

«Die Show ist ein Produkt, das noch nicht fertig ist und zu einem guten Ausgang gebracht werden soll», sagte die Fernsehdirektorin des Westdeutschen Rundfunks, Verena Kulenkampff, laut dem Branchendienst dwdl.de am Freitag in Köln. «Gottschalk muss die Inhalte nun so strukturieren, dass sie für ihn und die Zuschauer gut sind.» Es sei jetzt seine Aufgabe, Strukturen für das Format zu schaffen.

Der ARD-Programmdirektor setzt unverdrossen auf die Weiterentwicklungsfähigkeit von Gottschalks neuer Show: «Die Premierensendung wurde von riesiger Neugierde begleitet und mit Vorschusslorbeeren versehen», teilte Volker Herres dpa auf Anfrage mit. «Jetzt beginnt das Fein-Tuning und der Show-Alltag. Wir konzentrieren uns auf die Sendung, arbeiten täglich an den Inhalten und streben am Ende eine gute Vorabendquote an.»

Für die muss Gottschalk sich nun aber mächtig ins Zeug legen. Nach der Premiere am Montag mit 4,34 Millionen Zuschauern brach die Quote am Dienstag auf 2,43 Millionen ein, am Mittwoch blieben 2,20 Millionen dran, am Donnerstag waren es nur noch 1,83 Millionen und damit praktisch kaum mehr, als die ARD zuletzt mit ihrer fast schon vergessenen Quizshow «Das Duell im Ersten» auf dem Sendeplatz erreicht hatte.

Aus der Facebook-Chat-Runde verabschiedete sich der ARD-Hoffnungsträger Gottschalk am Donnerstag, er habe Durst und er freue sich auf Montag. «Am Wochenende in die USA u. bitte nicht wiederkommen!», gab ihm eine Chatterin mit auf den Weg. «Ich geb' ihm 3 Wochen, dann kommt keiner mehr... danach redet er mit sich selber.» Einige beklagten sich, dass Gottschalk nicht Rede und Antwort stehe.

Im Netz boten die User aber auch konstruktive Kritik: «Gutes Konzept, mega schöne Räumlichkeiten und teilweise sehr lustig», schrieb ein Teilnehmer. «Aber lasst etwas mehr Entspannung einkehren. Wirkt manchmal etwas gehetzt das ganze. Weniger ist manchmal mehr.» Und der ständige Hinweis auf das «mit dem ganzen neuen Zeug» wie Twitter Twitterneue Suche mit diesem Objektverfeinern nach diesem ObjektVerfügbare Bedeutungen: Twitter und Facebook könnte langsam auch mal wegbleiben.

Auffällig ist, dass Gottschalk seine Gesprächskultur nicht den Vorabendbedürfnissen angepasst hat. Er führt Unterhaltungen wie auf der «Wetten, dass..?»-Couch - dabei fallen die Fragen häufig länger aus als die Antworten seiner Interviewpartner. Den Zuschauern stießen auch die Werbe- und Wetterunterbrechungen auf, die jedoch nach der ersten Ausgabe weniger wurden.

Gottschalk ohne «Wetten, dass..?» war immer ein Risikofaktor. Gehversuche mit anderen Formaten endeten über kurz oder lang. Dies ignoriert der Entertainer vorläufig noch: Ihm sei nur «wirklich wichtig: dass das Publikum mir die Zeit gibt, auf einem neuen Sendeplatz zu einer neuen Form zu finden», schrieb er in «Bild». «Das wird nicht von heute auf morgen klappen, aber ich weiß, dass ich das hinkriegen kann.»

Und er fährt fort: «Sie werden nur Ihren Spaß mit mir haben, wenn ich ihn selber habe. Das kriegen wir hin. Sind Sie bitte etwas geduldiger mit mir, als ich es bin. Danke!»

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