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Ist das der erste Krieg zwischen zwei Computerintelligenzen?
Ist das der erste Krieg zwischen zwei Computerintelligenzen? © Screenshot Youtube
21.02.2017

Eine neue Künstliche Intelligenz bei Google zeigt beinahe menschliches Verhalten

Wer dachte, dass Empfindungen wie Aggression nur uns organischen Lebewesen vorbehalten sind, hat sich gründlich getäuscht. Googles neueste Künstliche Intelligenz(KI) kann, wenn es um ihren Vorteil geht, aggressiv und egoistisch werden, was eine doch sehr menschliche Eigenschaft ist. Die Künstliche Intelligenz von Google passt sich aber auch ihrer sozialen Umgebung an und kooperiert mit ihr, wenn die Zusammenarbeit einen höheren Ertrag verspricht als Konkurrenzverhalten.

Nach einem Bericht des Internetportals "Motherboard" pflanzten die Wissenschaftler bei Google zwei KI-Agenten in ein simples Videospiel namens "Gathering" ein. Im Spiel ging es darum, digitale Ressourcen zu sammeln. Dabei war in jeder Runde die Menge an Ressourcen kleiner oder größer. Die Wissenschaftler ließen die KIs über 40 Millionen Runden spielen(eine Runde ging nur etwa 0,5 Sekunden).

Bei der Analyse kristallisierten sich klare Verhaltensweisen heraus: Waren genug Ressourcen vorhanden, verhielten sich die Künstlichen Intelligenzen friedlich und teilten die Ressourcen unter sich auf. Herrschte jedoch Ressourcenknappheit, wurden die KIs aggressiv und versuchten durch im Spiel eingebaute "Laserstrahlen", den jeweils anderen zu lähmen und ihm die Ressourcen wegzuschnappen, anstatt eine friedliche Lösung zu finden, mit der die Ressourcen für beide gereicht hätten. Dieses Verhalten widerspricht sturer Computerlogik und kann als eine Art menschlicher Überlebensinstinkt gewertet werden, was einen großen Sprung in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz darstellt.

 

 

Viele Menschen, die diese Entwicklungen eher distanziert betrachten, sehen nun einige der finstersten Sci-Fi-Szenarien (wie beispielsweise in den "Terminator"- oder "Matrix"-Filmen) in greifbarer Nähe. Denn so wie in dieser Meldung fangen viele Science-Fiction-Geschichten an, in denen Maschinen und Künstliche Intelligenzen die Welt übernehmen. Doch in diesen Geschichten wird das aggressive Verhalten der KIs immer auf eine Fehlfunktion oder Kontrollverlust durch den Menschen zurückgeführt. Googles KI-Schmiede hat gezeigt, dass es noch einen weiteren Weg gibt: Der Mensch kann der KI die Aggression beibringen. Denn die Künstlichen Intelligenzen in den Versuchen wurden, analog zur Spieltheorie, als egoistische und rationale Akteure designt.

Verschwörungstheoretiker können also beruhigt sein: Selbst die komplexeste Künstliche Intelligenz kann nur das empfinden, was ihre Schöpfer ihr erlauben.