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© flickr.com/leo.laempel
22.02.2013

Einkaufszentren im Vergleich zu Online-Alternativen weiterhin sehr beliebt

Wer es gewohnt ist, im Internet Einkäufe zu tätigen, gibt mittlerweile 42 Prozent des Geldes für Waren im Netz aus. Allerdings ist Shoppen und Bummeln in den Fußgängerzonen und Einkaufszentren der Städte immer noch bei den meisten Menschen beliebt, da sie hier Erfahrungen machen können, die ihnen das Internet nicht bietet.

Internet-Shopping holt nicht auf

Eine große Umfrage, bei der ungefähr 42.000 Menschen zu ihren Gewohnheiten beim Einkaufen befragt wurden, wurde kürzlich von der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants und des Hamburger Unternehmens ECE, dem größten Betreiber von Einkaufszentren in Europa, vorgestellt. Heraus gekommen ist bei dieser großen Befragung, dass der durchschnittliche Einkäufer immer noch das Shoppen vor Ort vor dem Internetkauf bevorzugt.

Die Umsatzzahlen sprechen für sich: Während der Einzelhandel jährlich ungefähr 400 Milliarden Umsatz macht, kommt der Online-Handel lediglich auf 28 Milliarden Euro. Dennoch können die erfolgreichsten deutschen Online-Shops auf beeindruckende Besucherzahlen im vergangenen Jahr blicken. Am erfolgreichsten war Amazon mit knapp 21.20 Millionen Besuchern, gefolgt von Ebay mit 21,04 Millionen Einkäufern. Den dritten Platz belegt der OTTO Online Shop mit immerhin noch 6,45 Millionen Kunden.

Der Kauf im Einzelhandel hat aber entscheidende Vorteile, die das Internet nicht erfüllen kann. So kommt es den Kunden auf einen guten Service und die Beratung an, sie möchten die Produkte ausprobieren, anfassen und dann sofort mit nach Hause nehmen. Außerdem ist das gesellige Erlebnis, mit Freunden oder Verwandten einkaufen zu gehen, nicht zu unterschätzen.

Der ECE-Chef Alexander Otto hat in einem Interview mit dem Handelsblatt bestätigt, dass es auch weiterhin sehr wichtig sein wird, in Offline-Projekte zu investieren. Ein gutes Beispiel sei für ihn die Marke Apple, die mit ihren Produkten zu den stärksten Internetmarken zählt. Gerade jedoch dieses Unternehmen stecke immer wieder bedeutende Summen in Flagship-Stores in gute Lagen wichtiger Städte.

Weitere Entwicklungen folgen

Otto, der 185 Shopping-Center in Europa betreibt, ist überzeugt davon, dass diese Center ideal sind, um die beiden Formen Online und Offline zu verbinden. Die Kunden informieren und vergleichen im Internet, bestellen dort, lassen sich dann aber die Produkte in ein Ladengeschäft schicken, um sie dort gegebenenfalls auszuprobieren oder sogar zu reklamieren. Die zentrale Lage der Centren zieht viele Menschen an; aufgrund der großen Parkplätze oder Parkhäuser entfällt zudem die oft lästige Suche nach einem Parkplatz, was ebenfalls für viele Besucher attraktiv ist.

In wenigen Wochen will Otto ein neues Projekt starten, das im Speziellen in zwei Einkaufszentren stattfinden wird. Hier wird er verschiedene Technologien vermischen, um so möglichst den Umsatz zu steigern. Eine der geplanten Maßnahmen wird zum Beispiel sein, dass man beim Betreten des Einkaufcenters auf sein Smartphone sofort Sonderangebote der Geschäfte geschickt bekommt.

Einkaufzentren schaden den Stadtzentren?

Allerdings zeigt man sich nicht in jeder Stadt begeistert von immer mehr und größeren Einkaufszentren. In einer Diplomarbeit von Alexa Kück über das Einkaufszentrum Köln Arcaden und den Einfluss auf den Kölner Stadtteil Kalk fand die Verfasserin heraus, dass die traditionellen Einzelhandelsgeschäfte in der Umgebung dem Konkurrenzdruck des Centers nicht standhalten können. Außerdem siedeln sich immer mehr Geschäfte an, die durch ein billiges Sortiment auffallen. Die Laufkundschaft, die sonst auch Geschäfte ansteuerte, die weiter entfernt vom Stadtzentrum laden, hat ebenfalls nach der Eröffnung der Köln Arcaden abgenommen.