nach oben
Mit einer scharfen Kleinkaliberwaffe (Symbolbild) wurde in einem unterfränkischen Dorf in der Silvesternacht ein elfjähriges Mädchen erschossen.
Mit einer scharfen Kleinkaliberwaffe (Symbolbild) wurde in einem unterfränkischen Dorf in der Silvesternacht ein elfjähriges Mädchen erschossen. © Symbolbild: dpa
02.01.2016

Elfjährige wird an Silvester durch Kleinkaliber-Schuss in den Kopf getötet

Oberaurach.  Schreckliche Wende: Nach dem Tod einer Elfjährigen im unterfränkischen Oberaurach haben Gutachter des Landeskriminalamtes nun herausgefunden, dass es sich nicht um einen Silvesterunfall mit einem bei den Feierlichkeiten zufällig herumfliegenden Metallteil handelt, sondern wohl um ein Tötungsdelikt. Ein Kleinkalibergeschoss hat das kleine Mädchen am Kopf getroffen und den Tod des Mädchens verursacht.

Gegen 1 Uhr am Neujahrstag hatte sich das Mädchen mit Erwachsenen und weiteren Kindern zu Silvesterfeierlichkeiten auf der Straße aufgehalten. Dabei wurde die Kleine von einem Gegenstand am Kopf getroffen und brach bewusstlos zusammen. Der Rettungsdienst brachte das schwerverletzte Kind in eine nahe Schweinfurter Klinik. Trotz intensiver Bemühungen der Ärzte verstarb das Mädchen wenige Stunden später im Krankenhaus.

Die Kriminalpolizei hatte schon früh ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Bamberg wurden im Laufe des Freitags Untersuchungen eingeleitet, unter anderem wurde der Leichnam obduziert. Dabei fanden die Spezialisten das Projektil. „Wir durchsuchen derzeit den Tatort, auch mit Metalldetektoren und befragen die Nachbarschaft“, sagte eine Polizeisprecherin.

Nähere Angaben zur Tatwaffe und zum Tathergang machten die Beamten am Samstag nicht. So ist noch offen, ob es sich um eine Lang- oder Kurzwaffe gehandelt hat, aus welcher Richtung, aus welcher Distanz und aus welchem Winkel der Schuss abgegeben wurde. Das müssten jetzt weitere Untersuchungen klären, sagte eine Polizeisprecherin am Samstagnachmittag gegenüber PZ-news.

Auf legalem Wege kann man Kleinkaliberwaffen nur mit einer Waffenbesitzkarte erlangen. Zum Mitführen im öffentlichen Raum benötigt man noch einen selten vergebenen Waffenschein. Die Polizei wird also zunächst einmal solche Waffenbesitzer mit Karte oder Schein befragen. Das können zum Beispiel Sportschützen oder auch Jäger sein.

Weiterhin dringend gesucht würden Zeugen, die Hinweise zum Geschehen oder gar auf den Kleinkaliber-Schützen geben könnten. Unklar ist daher wohl auch, ob der Metallprojektil-Schuss aus dieser scharfen Waffe gezielt auf das elfjährige Mädchen abgegeben wurde und ob sie ein bewusst ausgesuchtes Ziel war. Die Familie des Mädchens steht der Polizei zufolge unter Schock und wird psychologisch betreut.