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Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden würde die Umlage bedeuten, dass allein diese Zusatzkosten beim Strompreis von 125 auf knapp 185 Euro steigen - ohne Mehrwertsteuer.
Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden würde die Umlage bedeuten, dass allein diese Zusatzkosten beim Strompreis von 125 auf knapp 185 Euro steigen - ohne Mehrwertsteuer. © dpa
15.10.2012

Energiewende wird für Bürger deutlich teurer

Berlin. Nun ist es offiziell: Die Strompreise werden 2013 wegen der Umlage zur Förderung von Wind- und Solarenergie einen großen Sprung nach oben machen. Die Bundesregierung ist um Schadensbegrenzung bemüht, hat aber bisher kein Rezept für eine effektive Kostenbremse.

Die Verbraucher müssen im kommenden Jahr mit satten Strompreiserhöhungen rechnen. Die auf den Strompreis aufgeschlagene Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt um 47 Prozent auf 5,277 Cent je Kilowattstunde.

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Dies bestätigten die vier für die Verwaltung der Förderzahlungen zuständigen Übertragungsnetzbetreiber am Montag. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden würde dies bedeuten, dass allein diese Zusatzkosten beim Strompreis von 125 auf knapp 185 Euro steigen - ohne Mehrwertsteuer.

Ein Grund ist der Boom bei der Solarenergie. Zusammen mit höheren Netzentgelten und weiteren durch die Energiewende bedingten Kosten drohen Strompreiserhöhungen um bis zu zehn Prozent, schätzen Versorger.

Die vier Betreiber von Höchstspannungsleitungen in Deutschland berechnen den erzeugten Ökostrom und sind daher auch für die Zahlung der Vergütungen an Betreiber von Solaranlagen, Windrädern und Biogasanlagen verantwortlich. Diese erhalten auf 20 Jahre garantierte Vergütungen für jede Kilowattstunde Strom. Die Fördersätze werden regelmäßig gesenkt, in einigen Jahren soll die Förderung auslaufen.

Die Zahl gilt als Politikum, weil sie schon nach dem vorzeitigen Durchsickern seit Mitte vergangener Woche eine Debatte ausgelöst hat, ob ein Ausufern der Kosten bei der Energiewende droht. Dabei dient nur ein Teil der Umlage der Förderung von Ökostrom. Besonders umstritten ist, dass in die Umlage der Verbraucher auch immer mehr Rabatte für Unternehmen mit einem hohen Stromverbrauch eingepreist werden.

Bei den erneuerbaren Energien schlägt der stetig wachsende Ausbau mit einem Plus von 0,35 Cent je Kilowattstunde (kWh) für Photovoltaik zu Buche, 0,3 Cent mehr sind es für die Windkraftförderung und knapp 0,25 Cent je kWh für die Biomasse-Förderung.

Als Maßnahme gegen zu starke Strompreiserhöhungen dringt die FDP auf ein Absenken der Stromsteuer, Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) lehnt dies ab. Er will das Stromsparen stärken und eine Reform bei der Förderung erneuerbarer Energien, etwa eine Deckelung des Windkraft-Ausbaus. Doch vor der Bundestagswahl in einem Jahr ist kaum damit zu rechnen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte 2011 versprochen, dass die Ökostrom-Umlage nicht über ihr heutiges Niveau steigen soll - nun legt sie aber um fast 50 Prozent zu.

Altmaier sieht eine Mitschuld für die hohen Förderkosten bei SPD und Grünen. «Der Grundfehler wurde bereits 2000 von Rot-Grün gemacht», sagte er der «Bild»-Zeitung. «Damals wurde nicht überlegt, wie sich die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien im Griff halten lassen. Die Quittung gibt es jetzt.» Die SPD verweist hingegen darauf, dass sich seit 2009 unter Schwarz-Gelb die Umlage für die Förderung erneuerbarer Energien fast vervierfacht habe.

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