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Fühlen, riechen, anfassen – all das macht den Einkauf beim lokalen Einzelhändler zum ganz besonderen Ereignis.  pr
Fühlen, riechen, anfassen – all das macht den Einkauf beim lokalen Einzelhändler zum ganz besonderen Ereignis. pr
Karl Röckinger
Karl Röckinger
13.09.2016

Enzkreis-Landrat Karl Röckinger ist für Einkaufen in der Region

Im PZ-Interview spricht Landrat Karl Röckinger über Direktvermarkter und Händler im Enzkreis.

PZ: Welche Bedeutung hat der Handel für die Enzkreis-Gemeinden?

Karl Röckinger: Der Kaufkraftindex, also das verfügbare Einkommen nach Abzug der regelmäßigen Ausgaben, liegt mit 106,1 im Enzkreis leicht über dem Bundesdurchschnitt. Kein Wunder also, dass der Einzelhandel auch aus Arbeitgebersicht bedeutend ist: Er liegt auf Platz sechs der beschäftigungsintensivsten Branchen im Kreis.

PZ: Es gibt einige Dörfer und Gemeinden, in denen es gerade mal noch den Bäcker oder Metzger gibt. Dort fragen sich die Bürger, wie lange noch. Was muss sich tun, damit es auch in zehn Jahren Geschäfte in den Ortskernen gibt?

Karl Röckinger: Die Bäcker und Metzger der Region sehen die Entwicklung mit Sorge an: Immer mehr Kunden entscheiden sich für Billigprodukte von Discountern und großen Ketten – auf Kosten der kleinen Einzelhandelsbetriebe. Dabei sind es doch gerade diese, die die Region stärken. Deshalb appellieren wir beispielsweise mit der Unterstützung der Direktvermarkter an das Kaufverhalten der Verbraucher. Zudem müssen wir die Ansiedlung von Supermärkten am Ortsrand maßvoll gestalten und vor Ort muss gewährleistet sein, dass der Einzelhandel an einem Strang zieht, zum Beispiel mithilfe von Gewerbevereinen, in denen sich die Einzelhändler vor Ort zusammenschließen, um gemeinsame Interessen zu vertreten.

PZ: Bei Ihren Besuchen lokaler Firmen und Händler erfahren Sie viel über deren Sorgen und Nöte. Wie ist das Verhältnis der hiesigen Geschäftsleute zur Konkurrenz aus dem Internet?

Karl Röckinger: Ich erlebe, dass viele Unternehmen und Handwerksbetriebe bereits mit der Zeit gehen und selbst Online-Shops betreiben. Parallel dazu bieten sie jedoch weiterhin individuelle Beratung und kundennahen Service vor Ort an.

Wie bewerten Sie die Chancen für einen lokalen Online-Marktplatz wie lokalschatz.de?

Karl Röckinger: Ich bin davon überzeugt, dass ein solcher Markplatz die Händler vor Ort durch die lokale Zusammenarbeit und die damit verbundenen Synergieeffekte stärkt, da sich der Aufwand für den Einzelnen verringert.

PZ: Wo kaufen Sie selbst ein?

Karl Röckinger: Ich kaufe zu 95 Prozent alles im Umkreis von 25 Kilometern. Ich schätze das Gespräch und die persönliche Beratung.