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11.03.2008

Erste Zähnchen bei Wilbär

STUTTGART. Die ersten Zähnchen sind da, er klettert an seiner Mutter hoch und ist deutlich leichter als die gleichaltrige Flocke in Nürnberg: Stuttgarts Eisbär-Baby Wilbär ist jetzt ein Vierteljahr alt.

„Es geht ihm gut - alles ist so, wie es sein sollte“, berichtete Zoologin Ulrike Rademacher. Eisbär-Mutter Corinna mache alles allein, die Pfleger kämen gar nicht an Wilbär heran. „Das wollen wir aber ja auch gar nicht.“ Anders als bei Flocke, die von ihrer Mutter getrennt per Hand aufgezogen wird, hätten die Pfleger mit Wilbär wenig Arbeit.

Ende April soll der neue Star des Stuttgarter Tierparks „Wilhelma“ erstmals ins Freie. Erst dann ist er auch für die Besucher des botanisch-zoologischen Gartens zu sehen. Die „Wilhelma“ hatte die Geburt von Wilbär mehr als zwei Monate lang geheim gehalten, damit Corinna und Wilbär eine ungestörte Mutter-Kind-Bindung aufbauen konnten.

„Er läuft proper und klettert an seiner Mutter und den Gittern rum“, berichtete Rademacher. Außerdem habe er ein neues Spiel: „Er kriecht unter das Stroh, robbt quer durch den Innenstall und taucht dann - wie ein Maulwurf - woanders wieder auf.“ Demnächst bekomme er mal eine Schüssel Wasser hingestellt, damit er planschen könne.

„Cousine“ Flocke war kürzlich in Nürnberg zum ersten Mal mit lauwarmem Wasser abgeduscht worden. „Das wäre bei uns gar nicht möglich, weil wir ja auch gar nicht rankommen - schließlich sind da immer 400 Kilo Muttertier dazwischen“, sagte Rademacher.

Nur einmal hätten die Pfleger Wilbär bisher kurzzeitig von seiner Mutter getrennt, um ihn zu untersuchen, gegen Staupe zu impfen und zu entwurmen. Weitere Untersuchungen seien nicht geplant. „Und auch nicht nötig“, bekräftigte Rademacher. Sein Gewicht schätzt sie derzeit auf sechs Kilo. Damit ist er deutlich leichter als die einen Tag jüngere Flocke, die es schon auf elf Kilo bringt. „Handaufzuchten sind immer schwerer“, erklärte die Zoologin.