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Etwa 300 Menschen sind beim Zusammenstoß zweier Züge nahe der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria verletzt worden.
Etwa 300 Menschen sind beim Zusammenstoß zweier Züge nahe der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria verletzt worden. © dpa
31.01.2013

Etwa 300 Verletzte bei Zugunglück - Viele Schulkinder unter den Opfern

Kapstadt (dpa) - Etwa 300 Menschen sind beim Zusammenstoß zweier Züge nahe der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria verletzt worden. Ein voll besetzter Zug war am Donnerstagmorgen gegen sieben Uhr auf freier Strecke zwischen den Stationen Cor Delfos and Kalafong auf einen stehenden Zug aufgefahren. Unter den Verletzten waren viele Pendler und Schulkinder. Einer der beiden Zugführer sowie zehn Passagiere seien schwer verletzt worden, so die Behörden.

Südafrikas Verkehrsminister Ben Martins machte nach einem Besuch des Unglücksortes am Vormittag Kabeldiebe für die Kollision verantwortlich. Der Zugverkehr auf der Strecke war nach Angaben der Bahngesellschaft Prasa manuel koordiniert worden, nachdem wegen Kabeldiebstahls die elektrischen Signalanlagen ausgefallen waren.

Kabeldiebstahl sei kein Kavaliersdelikt, betonte der Minister. Der Unfall habe gezeigt, welch gravierende Folgen das haben könne. «Es ist an der Zeit, den Diebstahl von Kabeln und Kupfer als versuchten Mord zu verfolgen», meinte Martins. Es sei ein Glück gewesen, dass es keine Toten gegeben habe.

Die Bahngesellschaft betonte am Nachmittag, dass die genaue Ursache des Unglücks noch nicht bekannt sei. Der Schaden bei dem Unglück wurde mit 22 Millionen Rand (1,9 Millionen Euro) beziffert.

Nach dem Zusammenstoß war der Zugführer des einen Zuges noch mehrere Stunden in der Kabine des Triebwagens eingeklemmt und musste von Spezialeinheiten befreit werden. Die meisten Verletzten konnten aber nach ambulanter Behandlung den Unglücksort verlassen.