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Ein Ex-Lehrer der Odenwaldschule wird wegen tausender Kinderpornos vor Gericht gerufen.
Ein Ex-Lehrer der Odenwaldschule wird wegen tausender Kinderpornos vor Gericht gerufen. © dpa
21.01.2016

Ex-Lehrer muss wegen mehr als 100.000 kinderpornographischer Bilder und Filme vor Gericht

Bensheim/Heppenheim. Fast zwei Jahre nach dem Skandal um den Fund von Kinderpornos bei einem Lehrer an der Odenwaldschule kommt der Fall vor Gericht. Der 34-Jährige muss sich am 3. Februar vor dem Amtsgericht Bensheim verantworten. Dem Mann wird vorgeworfen, sich Kinderpornos beschafft und besessen zu haben. Der Fall war im April 2014 aufgekommen. Er hatte der zuvor von einem Missbrauchsskandal erschütterten Schule neue Negativ-Schlagzeilen gebracht. Der Lehrer wurde entlassen.

Der Angeklagte soll Unmengen von Kinderpornos auf seinem privaten Computer gehabt haben - nach Angaben des Gerichts vom Donnerstag allein 120.000 Bilder und 150 Filme. Die Staatsanwaltschaft hatte die Wohnung des Lehrers auf dem Schulgelände durchsucht. Der Mann soll in Tauschbörsen im Internet unterwegs gewesen sein.

Der Lehrer für Mathematik, Physik und Chemie war seit August 2011 an der Schule beschäftigt gewesen. Er gab die Vorwürfe zu. Ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern war eingestellt worden.

An der Heppenheimer Schule waren vor Jahrzehnten systematisch Schüler von Lehrern sexuell missbraucht worden. Ein Abschlussbericht nennt als Zahl mindestens 132 Opfer.