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Theoretiker sagen, dass man den Haushalt viel schneller bewältigen könne, wenn man ihn rational plane. Aber wer etwas lebhaftere Kinder hat, weiß, dass das nicht immer funktioniert.
Theoretiker sagen, dass man den Haushalt viel schneller bewältigen könne, wenn man ihn rational plane. Aber wer etwas lebhaftere Kinder hat, weiß, dass das nicht immer funktioniert. © dpa
09.06.2012

Experten-Theorie: Halbe Stunde Hausarbeit pro Person reicht

Eine halbe Stunde Hausarbeit pro Tag und Person ist nach Ansicht des Hauswirtschaftsexperten Lothar Schneider ausreichend - wenn man alles gut organisiert. Das sei allerdings nur selten der Fall: «Im Durchschnitt werden in Deutschland auch anderthalb Stunden täglich pro Person für die Hausarbeit aufgewendet», sagte der ehemalige Professor für Haushaltswissenschaften der «Berliner Zeitung».

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Und dann folgt ein bisschen graue Theorie. «Mit dem Minimum klappt es nur, wenn der Haushalt absolut rational geführt wird.» Die Arbeit sollte dafür «sehr bewusst gesteuert» werden, erklärte Schneider. Wer Nachwuchs hat, weiß, dass man denen oft den ganzen Tag hinterher putzen kann, ohne jemals ein (sauberes) Ende zu finden. Ein bewusstes Steuern fällt da schwer.

«Wenn man Reinigungsarbeiten macht, dann sollte man nicht dauernd die Geräte wechseln. Oft ist es doch so: Man saugt das Wohnzimmer, dann nimmt man den Wassereimer und wischt die Küche, danach geht’s mit dem Staubtuch ins Schlafzimmer. Sinnvoller ist es, mit demselben Gerät die gleichen Arbeiten hintereinander zu erledigen.» So sieht es Putztheoretiker Schneider. Das mag ja für Singles alles rational zu planen sein, aber für einen Haushalt mit Kindern, die nicht nur täglich ihre unterschiedlichen Bedürfnisse haben und äußern, und die auch zu unterschiedlichen Zeiten an den verschiedensten Ort Dreck hinterlassen, ist das wohl schwieriger als in der Theorie erdacht.

Außerdem sollte man «unbedingt» den Partner oder die Partnerin einbeziehen, riet Schneider: «Wie lange ich am Tag im Haushalt beschäftigt bin, hängt wesentlich davon ab, welche Unterstützung ich bekomme. Arbeitsteilung ist ganz wichtig.» Die Frage, wie man denn den Partner dazu animieren kann, im Haushalt mitzuhelfen, bleibt allerdings offen. Aber genau an dieser Frage scheitert das Putzproblem besonders oft. dpa/tok

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