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1974 soll sie ihren schlafenden Sohn umgebracht haben. 42 Jahre später wird nun das Urteil gegen die Frau erwartet. Zu DDR-Zeiten wurde das Todesermittlungsverfahren eingestellt. Doch nach einer anonymen Anzeige kam es doch noch zum Mordprozess.
1974 soll sie ihren schlafenden Sohn umgebracht haben. 42 Jahre später wird nun das Urteil gegen die Frau erwartet. Zu DDR-Zeiten wurde das Todesermittlungsverfahren eingestellt. Doch nach einer anonymen Anzeige kam es doch noch zum Mordprozess. © dpa
13.10.2016

Fall aus DDR-Zeiten: Urteil im Kindsmord-Prozess erwartet

Neuruppin (dpa) - Im Indizienprozess gegen eine Frau, die vor 42 Jahren in Brandenburg ihren acht Jahre alten Sohn getötet haben soll, wird jetzt das Urteil erwartet. Das Landgericht Neuruppin hat für Donnerstag (14.00 Uhr) einen Verkündungstermin angesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte vergangene Woche auf zehn Jahre Haft wegen Mordes plädiert. Die Verteidigung verlangte Freispruch. Die Angeklagte hatte im Prozess die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Anklage wirft der heute in Göttingen lebenden Mutter vor, im November 1974 ihren schlafenden Sohn in ihrer Wohnung in die Küche getragen und dann in die Nähe des Gasherds gelegt zu haben. Der Junge soll dabei Kohlenmonoxid eingeatmet haben. Anschließend habe sie den Achtjährigen zum Sterben in sein Bett gelegt. Ein Rechtsmediziner hatte einen Unfall als Todesursache ausgeschlossen und vor Gericht eine Kohlenmonoxidvergiftung des Jungen bestätigt. Zu DDR-Zeiten war das Todesermittlungsverfahren aus nicht bekannten Gründen eingestellt worden. Aufgrund einer anonymen Anzeige kam es zu einem neuen Verfahren.