nach oben
Ein Todesschütze hat bei einem Musikfestival in der US-Touristenmetropole Las Vegas mindestens 58 Menschen umgebracht und mehr als 500 verletzt. © dpa
Ein Todesschütze hat bei einem Musikfestival in der US-Touristenmetropole Las Vegas mindestens 58 Menschen umgebracht und mehr als 500 verletzt. © dpa
Mindestens 20 Menschen sollen in Las Vegas ums Leben gekommen sein. Die Polizei sichert die Straßen der Spieler-Metropole ab. © dpa
Rettungskräfte versorgen in Las Vegas verletzte Menschen. © dpa
Die Polizei hat die Menschen via Twitter aufgerufen, keine Livestreams von dem laufenden Polizeieinsatz ins Internet zu stellen. Dies könnte die Einsatzkräfte in Gefahr bringen. © dpa
Der Las Vegas Strip. © dpa
02.10.2017

Fast 60 Tote, über 500 Verletzte in Las Vegas - Todesschütze ein Einzeltäter?

30.000 Menschen besuchen in der Spiel- und Spaß-Metropole Las Vegas ein Konzert, als plötzlich Schüsse fallen. Die Polizei tötet den mutmaßlichen Täter - und zieht eine bittere Bilanz.

Ein Todesschütze hat bei einem Musikfestival in der US-Touristenmetropole Las Vegas mindestens 50 Menschen umgebracht und mehr als 400 verletzt. Das teilte die Polizei am Montag im Bundesstaat Nevada mit. Nie zuvor in der Kriminalgeschichte der USA kamen bei einem derartigen Verbrechen mehr Menschen ums Leben.

Es müssen unvorstellbare Szenen gewesen sein, die sich am Sonntagabend (Ortszeit) unweit des weltberühmten Las Vegas Strip abgespielt haben. Für ein Open-Air-Festival mit Stars der Countryszene hatten sich rund 30 000 Menschen an der Casino-Meile versammelt, als gegen 22.00 Uhr plötzlich Schüsse fielen. Wie die Polizei später mitteilte, feuerte der Schütze vom 32. Stockwerk eines Hotels aus auf die Konzertbesucher.

Es kam zu Panik und Chaos, als die verängstigten Menschen zu fliehen versuchten. Die Lage war länger unklar. Erst einige Zeit nach der Tragödie teilte die Polizei schließlich mit, sie habe den mutmaßlichen Täter gestellt und getötet. Es soll sich um den 64 Jahre alten Stephen Paddock aus Las Vegas handeln. «Wir glauben, dass es ein Einzeltäter ist. Ein einsamer Wolf», sagte Bezirks-Sheriff Joe Lombardo am Montagmorgen. Zu dem Tatmotiv gab es zunächst keine Angaben.

Bildergalerie: Schießerei in Las Vegas

Nach Ansicht eines Experten der US-Bundespolizei FBI könnte der Schütze so viele Menschen töten, weil er aus einer erhöhten Position heraus schoss. Da rund 30 000 Menschen auf engem Raum zusammengestanden hätten, «musste er nur auf die Mitte zielen und den Abzug drücken», sagte James Gagliano, FBI-Agent im Ruhestand, dem Sender CNN. Zudem habe die Position des Schützen Verwirrung verursacht. Wenn ein Schütze aus einer erhöhten Position schieße, «weiß niemand, wo die Schüsse herkommen», sagte Gagliano. «Menschen sind nicht darauf trainiert, nach oben zu gucken.»

Der Tatort befand sich nahe dem Mandalay Bay Resort and Casino - es gehört wegen seiner goldschimmernden Fassade zu den markanten Gebäuden des Unterhaltungsboulevards Las Vegas Strip. Die Schüsse fielen bei dem beliebten Route 91 Country Music Harvest Festival. Augenzeugen berichteten von Hunderten Schüssen.

Viele Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen, sagte ein junger Mann dem Sender CNN. Die Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Wir krochen über Tote.» Sie habe viele Schüsse gehört, vermutlich aus einem automatischen Gewehr. Ein weiterer Augenzeuge sagte CNN: «Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen». Viele hätten sich zu Boden geworfen, um sich vor den Schüssen in Sicherheit zu bringen.

Das Auswärtige Amt konnte am Montag zunächst noch keine Auskunft darüber geben, ob unter den Opfern deutsche Staatsbürger sind. «Unsere Kolleginnen und Kollegen der Botschaft Washington sind in engem Kontakt mit den US-Behörden und versuchen, Informationen zu sichern», hieß es.

Die Polizei hatte zunächst auch nach einer Frau gesucht, die sich mit dem Todesschützen in einem Hotelzimmer aufgehalten haben soll. Sie sei gefunden worden, teilte die Polizei kurz darauf mit. Die Frau war als Marilou Danley identifiziert worden und wohnte Medienberichten zufolge möglicherweise mit dem Verdächtigen zusammen.

Die Polizei veröffentlichte auf Twitter ein Foto der Frau und rief die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Suche auf. Sie bezeichnete Danley aber nicht als mögliche Komplizin, sondern teilte lediglich mit, sie solle befragt werden. Lombardo sprach von einer «Person von Interesse». Gesucht wurde am Montag in Verbindung mit dem Schützen auch nach zwei Autos.

US-Präsident Donald Trump sprach den Opfern der Bluttat sein Mitgefühl aus. «Meine wärmste Anteilnahme und mein Mitgefühl an die Opfer der furchtbaren Schüsse in Las Vegas und ihre Angehörigen. Gott schütze Sie!», schrieb Trump auf Twitter. Nevadas Gouverneur, Brian Sandoval, sprach bei dem Kurznachrichtendienst von einer tragischen und abscheulichen Gewalttat. Auch die Bundesregierung zeigte sich entsetzt. «Fassungslos und tief erschüttert über die Morde von Las Vegas», schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. «So viele zerstörte Leben.»

Mehr zum Thema:

Die bisher tödlichsten US-Massaker von Einzelschützen

Der tragische Zwischenfall in Las Vegas erinnert an ähnliche Geschehnisse in der Vergangenheit. PZ-news erinnert an einige:

- Am 13. November 2015 schockierte die blutigste Terrorserie in Europa seit gut zehn Jahren die Welt. Die Anschläge von Paris mit mehr als 130 Toten gehen auf das Konto des Islamischen Staats, dem Frankreich nun den Krieg erklärt hat.

- 50 Tote, 53 Verletzte: Was sich im Schwulenclub "Pulse" am 13. Juni 2016 in Orlando über Stunden abgespielt hat, ist eine Tragödie. Die Einzelheiten des Massakers werden erst allmählich deutlich. Ein so folgenschweres Verbrechen eines einzelnen Täters hat es in den USA noch nie gegeben.

- Bei einem Terrorangriff auf eine Silvesterparty in dem bekannten Istanbuler Club Reina an Silvester waren 39 Menschen getötet worden, weitere 69 wurden teilweise schwer verletzt. Der IS reklamierte den Anschlag für sich.

- Nach einem Konzert von US-Popstar Ariana Grande in Manchester hatte 22. Mai 2017 ein Mann einen Sprengsatz gezündet und 22 Menschen mit in den Tod gerissen und viele weitere verletzt. Auch diesen Terrorakt reklamierte der IS für sich.

ROSAROT
02.10.2017
Mindestens 50 Tote und mehr als 400 Verletzte nach Schießerei in Las Vegas - mutmaßlicher Täter tot

Eine unglaubliche Bluttat. Nur vermisse ich eines: Wo bleiben die üblichen Kommentare hier über die Ursache allen Übels, den Islam ??? Aber halt: Das war ja ein waschechter Amerikaner. Der wie halt so üblich als Waffen - Narr mehrere automatische Waffen bei sich anhäufte und wohl auch mal ausprobieren wollte. In USA ist privater Waffenbesizt ja eigentlich nicht nur geduldet, sondern wohlgesehen. Was für eine verrückte Welt.......... Jetzt reklamiert gleich auch noch der IS, er habe sich dem ...... mehr...

Anno nymus
02.10.2017
Mindestens 50 Tote und mehr als 400 Verletzte nach Schießerei in Las Vegas - mutmaßlicher Täter tot

Schießerei hört sich doch auch viel freundlicher an als Terroranschlag. So kann man auch dafür sorgen, dass nur in Verbindung mit dem Islam Bluttaten als Terror eingestuft werden und die Behauptung Terror = Islam aufrecht erhalten.... mehr...

DerNachtgrapp
02.10.2017
Mindestens 50 Tote und mehr als 400 Verletzte nach Schießerei in Las Vegas - mutmaßlicher Täter tot

Vielleicht liegt ja Ihre angemahnte fehlende Betroffenheit anderer User auch daran, dass man bei Massakern aus dieser Richtung schon langsam abgestumpft ist. Mal ehrlich, wer Waffengesetze wie aus Zeiten des guten alten Wilden Westens immer noch meint hochhalten zu müssen, hat die Kehrseite dieser sogenannten "Freiheit" irgendwie nicht anders verdient. Auch wenn mir das zugegebenermaßen für die Betroffenen aufrichtig Leid tut.... mehr...

DerNachtgrapp
02.10.2017
Mindestens 50 Tote und mehr als 400 Verletzte nach Schießerei in Las Vegas - mutmaßlicher Täter tot

Natürlich haben Sie recht, dass es auch ums Geld geht. Die entsprechende Lobby dort ist extrem stark aufgestellt. reden Sie doch aber auch mal mit US-Bürgern. Ich hatte bis vor einem knappen Jahr noch einen Kollegen mit entsprechender Staatsbürgerschaft. Wenn Sie dem immer zugehört haben, was er auf "Heimaturlaub" in Montana oft gemacht hat würden Ihnen wahrscheinlich die Haare zu Berge stehen. Was mich dabei immer am meisten irritiert hat, war das Funkeln in seinen Augen, wenn er von ...... mehr...