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Fuchs in the City: Samenbank statt Vater - das neue Familienbild.
Fuchs in the City: Samenbank statt Vater - das neue Familienbild © PZ
09.09.2014

Fuchs in the City: Samenbank statt Vater - das neue Familienbild

Ich weiß nicht, ob meine Ansichten besonders antiquiert sind, aber der Familiendreiklang Vater, Mutter, Kind ist für mich auch heutzutage immer noch zeitgemäß. Das Gegenteil sehe ich bei einigen meiner Facebook-Bekanntschaften.

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Da werden Dinge gepostet wie „Mein erster Mann“ und „Mein erstes Kind“. Später dann „Zweiter Mann“ und „Zweites Kind“ sowie zuletzt „Gar kein Mann“. Die klassische Familienstruktur scheint überholt. Ich hatte Glück: In meiner Kindheit und in meinem näheren Umfeld gab es so gut wie keine Scheidungskinder. Ob immer alle Familien wirklich glücklich waren, weiß ich nicht, aber für die meisten Paare kamen Trennungen nicht infrage. Die Familie, in der ich aufwuchs, prägte mein ideales Familienbild: Vater, Mutter, Kind. Ein Dreiklang als Garantie fürs Glück? Früher vielleicht. Als Frau genieße ich, wie so viele andere auch, die neue Unabhängigkeit meiner Generation in so gut wie allen Lebensbereichen. Außerdem ist es nicht länger verpönt, ein Kind ohne Vater aufzuziehen. Für manche Frauen gilt sogar: Warum abhängig sein von einem Mann, wenn es ihn zum gewissen Zeitpunkt einfach nicht gibt und es auch allein geht? Im „Spiegel“ lese ich von Frauen, Ende 30 und mit Kinderwusch, die keine realen Partner wollen und sich lieber für die Samenbank entscheiden. Rechtlich gesehen bewegen sich Ärzte übrigens in einer Grauzone, wenn sie Single-Frauen ihren Kinderwunsch erfüllen. Die meisten Landesärztekammern erlauben nur Ehepaaren oder Paaren in gefestigten Hetero-Partnerschaften (was auch immer das bedeutet) einen solchen Eingriff. Der Berliner Frauenarzt Matthias Bloechle sieht die künstliche Befruchtung positiv, denn so könne man Frauen einen One-Night-Stand mit diversen negativen Folgen ersparen. Ich freue mich über die neue Selbstbestimmung der Frau, aber irgendwie habe ich mich trotzdem an Vater, Mutter, Kind gewöhnt.

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