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Bei einer Razzia bei Ultrafans des 1. FC Köln haben Beamte neben Drogen auch Sprengstoff gefunden. Die Fans stehen im Verdacht, mit brutalen und gefährlichen Methoden einen Reisebus mit Fans von Borussia Mönchengladbach attackiert zu haben.
Bei einer Razzia bei Ultrafans des 1. FC Köln haben Beamte neben Drogen auch Sprengstoff gefunden. Die Fans stehen im Verdacht, mit brutalen und gefährlichen Methoden einen Reisebus mit Fans von Borussia Mönchengladbach attackiert zu haben. © dpa
15.03.2012

Fußball brutal: Razzia bei Ultrafans des 1. FC Köln

Köln. Bei Ultrafans des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln hat es am Donnerstag eine Razzia gegeben. Die Polizei durchsuchte am Morgen ein Vereinsheim der Gruppe «Wilde Horde 1996» in Köln. Auch die Wohnungen von 21 mutmaßlichen Mitgliedern wurden unter die Lupe genommen. Mit Erfolg.

Die Polizei fand unter anderem Sprengstoff, Drogen und Knüppel bei den Ultras. Besonders der Sprengstoff, darunter hochexplosives Bengalisches Feuer, macht der Polizei Sorgen. «Wir dürfen das noch nicht einmal bei uns im Gebäude lagern, weil das so ein gefährliches Zeug ist», sagte ein Polizeisprecher. Wahrscheinlich sei es illegal aus dem Ausland importiert worden.

Mitglieder der «Wilden Horde 1996» stehen im Verdacht, an einem Angriff auf einen Fan-Reisebus des Kölner Erzrivalen Borussia Mönchengladbach Anfang März beteiligt gewesen zu sein. Die teilweise vermummten Ultras sollen auf einem Rastplatz bei Siegburg die Scheiben des Busses mit Pflastersteinen eingeschlagen haben. Außerdem sollen sie versucht haben, den Reisebus auf der Autobahn A3 mit ihren Autos auszubremsen und abzudrängen.

Die Polizei ermittelt gegen 22 Kölner Anhänger unter anderem wegen Nötigung, Bedrohung, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch.

Der 1. FC Köln zieht die Konsequenzen daraus und wird der «Wilden Horde 1996» den Status eines offiziellen Fanclubs aberkennen. Das gab der Verein am Donnerstag bekannt. Zudem wird der 1. FC Köln laut Geschäftsführer Claus Horstmann die neuen Tatverdächtigen mit einem langjährigen bundesweiten Stadionverbot belegen und sie aus dem Verein ausschließen.

«Angesichts der aktuell im Raum stehenden massiven Vorwürfe gegen Mitglieder der "Wilden Horde 1996" und weiterer Vorfälle in der Vergangenheit müssen sich alle Mitglieder jetzt die Frage stellen, ob sie ihre Mitgliedschaft aufrechterhalten wollen oder ob sie durch eine Kündigung nicht ein klares Signal der Distanzierung senden möchten», erläuterte Horstmann.

Die verantwortlichen staatlichen Organe sollten aus FC-Sicht zudem ernsthaft prüfen, ob ein Verbotsverfahren nach dem Vereinsrecht eingeleitet werden kann. Der FC sei hierfür nicht zuständig. dpa