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Foto: Symbolbild
Giftspritze © dpa
10.12.2014

Geistig Behinderter wegen Ermordung eines weißen US-Polizisten hingerichtet

Wegen der Ermordung eines weißen Polizisten im Jahr 1995 ist der Afro-Amerikaner Robert Wayne Holsey im US-Staat Georgia hingerichtet worden. Trotz erheblicher Einwände starb der 49-Jährige am Dienstagabend durch die Giftspritze.

Die Staatsanwaltschaft hatte laut Medienberichten Proteste zurückgewiesen, Holseys Intelligenzquotient von 70 sei eine rechtlich relevante geistige Behinderung. Außerdem sei einer seiner früheren Anwälte vor Gericht betrunken gewesen, hieß es. Das oberste US-Gericht hatte jedoch einen Aufschub abgelehnt. Holsey war 1997 verurteilt worden, weil er einen Hilfssheriff nach einem Überfall auf einen Laden getötet hatte.

Erst unlängst gab es nach dem Tod Schwarzer durch Gewalt weißer Polizisten Proteste in vielen Städten der USA. In Ferguson in Missouri wurde ein 18-jähriger unbewaffneter Teenager erschossen. In mehreren Fällen kamen die Polizisten ohne Strafe davon - es wurden nicht einmal Prozesse eröffnet.

Im Bundesstaat Missouri wurde am frühen Mittwochmorgen der 48-jährige Paul Goodwin ebenfalls mit der Giftspritze hingerichtet. Versuche, wegen geistiger Behinderung des Häftlings Aufschub zu erreichen, scheiterten. Goodwin hat nach Angaben seiner Anwälte die geistige Reife eines 13-Jährigen, berichtete der Lokalsender KPLR11.