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07.11.2013

Gericht befasst sich mit Herkunft der NSU-Mordwaffe

München (dpa) - Im NSU-Prozess ist am Donnerstag der frühere Betreiber eines rechten Szeneladens in Jena vernommen worden. Sein Mitarbeiter soll laut Anklage die Mordwaffe für die Terroristen des «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) besorgt haben, mit der neun türkisch- und griechischstämmige Kleinunternehmer erschossen wurden.

Davon habe er nichts gewusst, sagte der Mann vor dem Münchner Oberlandesgericht. Er habe es auch gar nicht wissen wollen, weil es nur Probleme mache, zu viel zu wissen. «Das passt jetzt aber nicht mehr», ermahnte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl den Zeugen mehrfach. Immerhin habe ihm das Geschäft gehört, in dem sein Mitarbeiter scharfe Waffen verkauft haben soll.

Der Mann räumte ein, die drei späteren NSU-Terroristen aus den 1990er Jahren persönlich gekannt zu haben. Sie alle seien Kunden in seinem Geschäft gewesen, in dem er Kleidung einschlägiger Marken und Rechtsrock-CDs verkaufte. Gelegentlich habe er Uwe Böhnhardt oder Uwe Mundlos auch in Jena auf der Straße gesehen und gegrüßt. Auch Beate Zschäpe sei Kundin gewesen, auch sie kenne er.