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Bauchlandung: Germania Singen mit Tobias Schnitzer (recht) kassierte gegen Öschelbronn eine 1:4-Heimklatsche.
Bauchlandung: Germania Singen mit Tobias Schnitzer (recht) kassierte gegen Öschelbronn eine 1:4-Heimklatsche.
13.04.2011

Germania Singen böse ausgerutscht

In der Hinrunde war der FC Germania Singen eine Macht, in der Rückrunde läuft es für den Kreisligisten nicht ganz so rund. 0:0 gegen den FV Langenalb, 1:3 gegen den FSV Eisingen und nun rutschte man sogar böse im Heimspiel mit 1:4 gegen den Abstiegskandidaten FV Öschelbronn aus. Wie konnte das passieren? „Wir hatten einen richtig schlechten Tag“, sucht Trainer Alexander Günther nach einer Erklärung für die dritte Saisonniederlage.

Dennis Meister hatte die Germania zwar in Führung geschossen, doch die Öschelbronner drehten den Spieß noch um. „Am Ende haben wir mit ein, zwei Toren zu hoch verloren“, meint der Germania-Coach, der zugibt, dass man von der Leichtigkeit aus der Vorrunde einiges eingebüßt habe.

Einer der Gründe: Stürmer

Sascha Burghardt (24), der in der Hinrunde fast nach Belieben traf, fehlt den Singenern aufgrund hartnäckiger Knieprobleme. „Es ist fraglich, ober er überhaupt noch einmal Fußball spielen wird“, sagt Alexander Günther.

Schmerzlich vermisst wird auch Benjamin Weise. Der Mittelfeldspieler machte in der Hinrunde auf der rechten Seite immer mächtig Dampf. Nach seiner Innenbandverletzung zu Beginn der Rückrunde hat er erst kürzlich wieder mit dem Lauftraining angefangen.

Die beiden Ausfälle will Alexander Günther aber nicht als Ausrede für die Ausrutscher in der Rückrunde gelten lassen. „Wir haben genügend andere Spieler“, so der 44-jährige Coach, der die Lage völlig relaxt sieht. Sein Team rangiert nun hinter Germania Brötzingen und den Sportfreunden Feldrennach (beide 43 Punkte) auf Platz drei. „Wir sind nur zwei Punkte weg. Dass wir überhaupt oben stehen, ist ein Supererfolg.“ Und wer weiß, vielleicht gibt es ja am letzten Spieltag ein echtes Endspiel. Am 5. Juni empfängt die Germania aus Singen die Germania aus Brötzingen.

Unabhängig von der Ligazugehörigkeit in der neuen Runde hat der Verein schon mal eine Personalie für die Zukunft geklärt. Allrounder Emanuel Stärk, der zu Landesligazeiten schon für Singen spielte, wird nach einem Jahr im Ausland den Kader wieder verstärken.

Geklärt ist auch beim FC Germania Brötzingen die Trainerfrage für die kommende Spielzeit. Jürgen Geigle wird weiterhin die erste Mannschaft – dann des Fusionsvereins (Germania Brötzingen/1. FC Eutingen) – betreuen. „Er hat hier etwas aufgebaut, das wollen wir mit ihm weiterführen“, sagt FCB-Spielleiter Andreas Wittenauer. Mit seiner ruhigen Ausstrahlung sei Geigle genau der richtige Mann für die zukünftige Verzahnung von A-Jugend, 2. und 1. Mannschaft. Geigles Co-Trainer bleibt Jürgen Rau. Die A-Junioren werden ab der neuen Runde von Sven Vidojkovic, Vorsitzender des Pforzheimer Futsal-Klubs FC Portus, trainiert.

Von Bord geht dagegen Hakan Göktürk, der momentan mit dem 1. FC Eutingen in der Kreisklasse A1 auf Meisterschaftskurs liegt. Eigentlich hätte der 44-Jährige in der neuen Runde die zweite Mannschaft des Fusionsvereins übernehmen sollen, doch Göktürk hat andere Pläne. „Es gibt aber noch nichts Konkretes“, sagt der türkische Coach.

Hinter den Kulissen arbeiten die Verantwortlichen von Germania Brötzingen und FC Eutingen derweil akribisch an der Fusion. In diversen Gremien tüftelt man unter anderem am Vereinsnamen und am Logo. Nach PZ-Informationen sind bei der Namensfindung unter anderem „Germania Pforzheim“ und „Baden Pforzheim“ mit in der Verlosung.

Neubesetzt wird in der kommenden Runde der Trainerstuhl des 1. FC Birkenfeld II. Timo Dominke verlässt den Verein Richtung 1. FC Engelsbrand, wo Stefan Schuler interimsmäßig für das Duo Andreas Schnepf/Stefan Koudelka eingesprungen war. Im Erlach übernimmt dagegen mit Ralf Schroth ein Birkenfelder Ur-Gestein das Kommando. „Wir wollten eine interne Lösung“, sagt FCB-Spielleiter Jörg Widmann, „die Mannschaft hat sich für Ralf eingesetzt.“ Der 49-Jährige durchlief alle Jugendteams beim FCB, spielte in der „Ersten“ und stieg später als Jugendtrainer ein. Zuletzt betreute er die B-Junioren.

Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer...“ Ob Heinz Becht sich täglich den Song von Xavier Naidoo reinzieht? Becht ist Trainer der TG Stein und der Weg des Tabellenletzten der Kreisklasse A1 ist in der Tat steinig und schwer – und führt derzeit in die B-Klasse. 20 Spiele, vier Siege, 16 Niederlagen. Gegen die direkten Konkurrenten FC Ersingen II (0:3) und TSV Ötisheim (1:2) hat man verloren. Heinz Becht, der im Januar Gerold Weber ablöste, hat eine Herkulesaufgabe mit den Fußballern der Turngesellschaft zu bewältigen. „Der Klassenerhalt mit Stein wäre der größte Erfolg meiner Karriere“, gibt der 51-Jährige zu. Und das, obwohl er schon etliche Aufstiege in den oberen Ligen gefeiert hat.

In Stein, seinem Heimatverein, versucht Becht zu retten, was noch zu retten ist. An der Trainingsbeteiligung (im Schnitt 18 Spieler) läge es nicht, dass man ganz unten stehe, sagt er, vielmehr würde einfach die Qualität im Kader fehlen. Das Durchschnittsalter liegt bei knapp 22 Jahren. Großes Vertrauen hat Becht in die Routiniers Jürgen Mayer, Daniel Müller, Christopher Roser und in den in der Winterpause reaktivierten Roberto Mingoia. Sie sollen die Mannschaft führen. „Trotzdem muss ein kleines Wunder her“, sagt Becht, der seine Zukunft bei der TG noch offen lässt, sich aber auch vorstellen kann in der B-Klasse zu trainieren. Ein Abstieg wäre für den Salmbacher auf jeden Fall kein Weltuntergang – er verweist dabei auf den Nachbarn. „Dem SV Königsbach hat der Abstieg auch gut getan.“ Der SVK ist derzeit Tabellenführer in der Kreisklasse B1 .