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Mehrere solcher Spinner-Kolonien sind im Sonnenhof zu beobachten. Fotos: Privat
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Eine Sonnenhof-Bewohnerin zeigt den Ausschlag, unter dem sie derzeit leidet.
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In Pforzheims Norden – an der Lochäckerstraße und der Bauschlotter Straße – gibt es weitere Nester.
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In einer meterlangen Prozession winden sich Raupen am Stamm einer Eiche an der Carl-Schurz-Straße.

Giftige Raupen quälen in Pforzheim Anwohner seit Wochen

Pforzheim. Umgehend und intensiv hat die Pforzheimer Stadtverwaltung jene Raupen von Prozessionsspinnern bekämpft, die am Messplatz, wo noch bis Sonntag die Pforzemer Mess stattfindet, an mehreren Eichen aufgetaucht waren. Inzwischen melden PZ-Leser weitere befallene Bäume im Stadtgebiet.

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Eichenprozessionsspinner auf dem Pforzheimer Sonnenhof

So sind Tiere mit den giftigen Härchen in der Nordstadt an der Bauschlotter Straße und Lochäckerstraße zu beobachten. Regelrecht dramatisch ist das, was Passanten und Anwohner vom Sonnenhof schildern. An der Carl-Schurz-Straße in unmittelbarer Nähe zur Bushaltestelle Elisabethstraße wimmele es seit Wochen an mehreren Bäumen von Raupen – mit heftigen Folgen.

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Eichenprozessionsspinner an der Mess entdeckt

„Alle Nachbarn sehen aus, als hätten sie Masern“, berichtet ein Mieter aus einem angrenzenden Gebäudekomplex. Er selbst sei Vater eines Säuglings, der Hautreizungen aufweise. Insgesamt seien ihm allein in seinem Wohnhaus vier Babys mit Ausschlägen bekannt. Anfang dieses Monats habe er sich ans Rathaus, aber auch an die Stadtbau als Eigentümerin der betroffenen Gebäude und dem Gros der Grundstücke gewandt. Nach 14 Tagen sei eine Fachfirma vor Ort gewesen, die die Bäume spritzen sollte. „Es wurde aber ein Teil vergessen oder nicht besprüht“, so der Anwohner. Aktuelle Bilder zeigen Kolonien von Raupen, die sich abends in meterlangen Prozessionen an den Stämmen winden. „Ich weiß nicht, an wen ich mich noch wenden kann“, begründet der Leser seine Kontaktaufnahme mit der PZ.

Grundsätzlich seien Bäume auf Privatgrundstücken Sache des Eigentümers, erläutert der städtische Sprecher Stefan Baust. Die Verwaltung könne Besitzer aus rechtlichen Gründen lediglich auf die Situation hinweisen. Doch betroffen ist nicht nur das private Terrain, und die Härchen können vom Wind weit fortgetragen werden. In der Nähe sind Läden, und wenn die Schule am Montag startet, wird auch die Bushaltestelle wieder rege genutzt.

Man nehme die Sache sehr ernst, sagt Stadtbau-Chef Oliver Lamprecht. So habe der eigene Baumkontrolleur auch jene Eichen inspiziert. Man sei aber von der Plage und ihrem frühen Auftreten überrascht worden. Als sich Mieter meldeten, habe man „umgehend“ eine Fachfirma an die Elisabethstraße geschickt, die die Raupen abgeflammt habe. Zudem hätten die städtischen Technischen Dienste die Bäume gespritzt. Doch das Insektizid habe nicht mehr vollumfänglich geholfen. Deshalb habe man erneut eine Firma beauftragt, die aber wegen der aktuellen Überlastung solcher Unternehmen nur einen späteren Termin anbieten konnte. Nach der PZ-Nachfrage von Freitag habe er sich nun selbst um eine andere Firma bemüht, so Lamprecht. Diese könne am Montagmorgen alle Bäume checken und die Raupen endgültig unschädlich machen.

Sprecher Baust teilte am Freitagnachmittag mit, dass die Stadt nochmals Kontakt mit der Stadtbau, aber auch mit Südwestbus aufgenommen habe. Eine Verlagerung der Haltestelle sei auf die Schnelle nicht möglich gewesen. Noch am Abend wollte die Verwaltung dort aber Warnhinweise anbringen.

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