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Giglio bereitet sich auf Jahrestag der «Costa»-Havarie vor © dpa
11.01.2013

Giglio bereitet sich auf Jahrestag der «Costa»-Havarie vor

Rom (dpa) - Die italienische Insel Giglio bereitet sich auf den Jahrestag der «Costa Concordia»-Havarie an diesem Sonntag vor. Das Kreuzfahrtschiff war dort am 13. Januar 2012 gekentert, nachdem es der Kapitän zu nahe an die Küste gesteuert und einen Felsen gerammt hatte. 32 Menschen kamen ums Leben, darunter 12 Deutsche. Zur Gedenkfeier am Sonntag werden Überlebende, Retter und Angehörige der Opfer auf Giglio erwartet.

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Die Feiern beginnen am Sonntagmorgen mit der Wiederherstellung des beschädigten Le-Scole-Riffs. Dann wird eine Messe gefeiert, der sich eine Zeremonie für die Retter anschließt, die in der Nacht des Unglücks Dienst taten. Auch Vertreter der Schifffahrtsgesellschaft Costa Crociere und der italienischen Regierung werden erwartet. Die Organisatoren planen auch, Gedenkplaketten im Hafen zu enthüllen und ein klassisches Konzert in Gedenken an die Opfer zu veranstalten.

Um 21.45 Uhr, dem Zeitpunkt, als die Concordia den Felsen rammte, werden auf der ganzen Insel die Sirenen heulen, gefolgt von einer Schweigeminute. Schon am Samstag soll es eine Pressekonferenz zum neuesten Stand der Pläne zum Abtransport des Wracks geben. Der Schiffsrumpf liegt immer noch vor Giglios Küste - sehr zum Kummer der Einwohner, die ihn als Schandfleck und als schädlich für den Tourismus betrachten.

Die Insel Giglio mit ihren 1500 Einwohnern liegt 16 Kilometer westlich der Küste der Toskana. Geplant ist, das Schiff aufzurichten und fortzuschleppen, um es dann zu zerlegen. Es ist die größte Bergungsaktion, die in der Schifffahrt jemals versucht wurde. Sie wird Hunderte Millionen Euro kosten.

Der Präsident der Region Toskana, Enrico Rossi, hatte diese Woche erklärt, das Schiff werde «etwa im September» fertig für den Abtransport sein. Eigentlich hatte man erwartet, dass die Arbeiten vor Beginn der Sommersaison beendet würden. «Wir sind enttäuscht, denn wir dachten, dass sie sehr viel schneller wären, die Concordia fortzuschaffen», sagte der Gemeindevertreter Aldo Bartoletti der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

Gegen zwölf Personen, unter ihnen Kapitän Francesco Schettino und das obere Costa-Crocerie-Management, wird wegen des Unglücks ermittelt. Es wird erwartet, dass die Strafverfolger etwa Ende Januar oder im Februar Anklage erheben werden. Eine Gerichtsverhandlung könnte nach dem Sommer beginnen.